Oldenburg Für eine viertägige Reise packt man für gewöhnlich Hosen, Oberteile, Zahnbürste und einige andere Dinge in den Koffer. 53 junge Erwachsene aus ganz Deutschland kamen vergangene Woche mit deutlich mehr Gepäck nach Oldenburg. Sie hatten unter anderem noch Bleistift, Lineal, verschiedene Schraubendreher, Zangen sowie eine persönliche Schutzausrüstung dabei. Anlass dafür waren die 66. Deutschen Meisterschaften im Elektrohandwerk. Der Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH) hatte hierfür die besten Auszubildenden ins Bundestechnologiezentrum für Elektro- und Informationstechnik (BFE) eingeladen.

In Deutschland werden derzeit sieben unterschiedliche Ausbildungsberufe im Bereich Elektrohandwerk angeboten. Aus diesen Bereichen waren jeweils zwischen sieben und 14 Teilnehmer nach Oldenburg gekommen. Es gab jedoch auch deutlich weniger stark besetzte Sparten. Die Systemelektroniker und -elektronikerinnen traten zu dritt bei den Meisterschaften an, die Informationselektroniker und -elektronikerinnen waren zu viert angereist. Lediglich die Bundesländer Berlin und Mecklenburg-Vorpommern konnten keine Gesellen mit einer Punktzahl von mindestens 81 stellen.

Für die Dauer der Meisterschaften waren alle Teilnehmer in einer Jugendherberge untergebracht. Dort wurden sie von Manfred Köhler und Herbert Brichta vom ZVEH begrüßt. Anschließend wurde die Arbeitsbekleidung ausgegeben und gemeinsam Abendbrot gegessen. Manfred Köhler, der die Leitung des Leistungswettbewerbs seit 2008 innehat, erklärt: „Die Teilnehmer kommen aus allen Richtungen, daher kennen sich kaum Teilnehmer im Voraus. Es ist aber schön zu beobachten wie sie als Fremde kommen und am Ende dieser Tage trotz eines Wettbewerbs als Freunde gehen.“

Der nächste Morgen beginnt zeitig: 6.30 Uhr Frühstück, 7.15 Uhr Start zum BFE, Vorbesprechung, und Begrüßung. Um 8.30 Uhr beginnt schließlich der Wettbewerb. „Wir konnten entweder eine Telefonanlage mit Internetanschluss oder eine Sicherheitsanlage mit individuellen Kundenwünschen programmieren“, erklärt die 23-jährige Saskia Hüttner, eine von drei Frauen bei dem Leistungswettbewerb. Insgesamt 13 Stunden standen den Teilnehmern zur Bearbeitung ihrer Aufgaben zur Verfügung, am Sonnabend um 12 Uhr war Schluss. „Leider gibt es hier und da noch fehlerhafte Funktionen“, erzählt Saskia Hüttner nach Ende des Wettbewerbs. Eine große Hürde sei die Zeit gewesen, bei vielen sei es am Ende noch mal richtig eng geworden, berichten die Teilnehmer. Beim gemeinsamen Mittagessen wurde über den vergangenen Abend gelacht und geplänkelt. „Das Bowlen am Freitagabend ist immer das Highlight bei allen Leuten. Spätestens dort platzt dann der Knoten und alle verstehen sich super“, sagt Herbert Brichta und ergänzt mit einem Zwinkern: „Besonders, weil es Freigetränke gibt.“

Am Ende des Tages standen sieben Bundessieger fest, die eine Wertung von über 81 Punkten erhielten. Diese wurden bei einem Galaabend in der Weser-Ems-Halle geehrt. Zusätzlich wurden von Holger Spelsberg, dem Schirmherren des diesjährigen Leistungswettbewerbes, Preise überreicht. Am Sonntagmorgen reisten die Teilnehmer dann wieder ab, im Gepäck war nun zusätzlich auch noch eine große Erfahrung.

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