Oldenburg Birgit von Stietencron ist Fachanwältin – unter anderem für Familienrecht. Eine verantwortungsvolle Aufgabe, weil es oftmals darum geht, für das Wohl von Kindern zu entscheiden.

Zu ihrem Beruf gehört es, 15 Fortbildungsstunden pro Jahr für den Erhalt des Fachanwaltstitels nachzuweisen. Das bedeutete, dass man auf diesem Gebiet wissenschaftlich publizieren oder an fachspezifischen der Aus- und Fortbildung dienenden Veranstaltungen dozierend oder hörend teilnimmt.

So weit, so gut. Doch ob eine Fortbildung anerkannt wird, obliegt der Rechtsanwaltskammer. Und mit der liegt von Stietencron über Kreuz. Sie wollte sich in der Carl-von-Ossietzky-Universität zum Workshop „Kinder in Trennungsprozessen“, ein praxisnaher systemischer Ansatz für die Arbeit mit Kindern und ihren Familien nach einer elterlichen Trennung. Wie gemacht für ihr berufliches Wirken, dachte von Stietencron jedenfalls. Die Anwaltskammer war da aber grundsätzlich anderer Ansicht. „Der Workshop ist nicht fachspezifisch genug. Ein Psychologiekurs hat mit Familienrecht wenig zu tun“, erklärte Jan Kramer, Präsident der Rechtsanwaltskammer, auf Anfrage der NWZ die Gründe für die Ablehnung.

Birgit von Stietencron kann das nicht nachvollziehen. „Die Arbeit in Kindschaftssachen (Sorge- und Umgangsrechtsprozesse), wo es ausschließlich um Kinder in Trennungsprozessen geht, ist mein täglich Brot. In hochstreitigen Fällen werden jeweils Sachverständigengutachten eingeholt, in denen dann ein Psychologe zu klären und erklären hat, wo beispielsweise die Kinder gut aufgehoben sind (entweder bei der Mutter oder beim Vater) oder in welchem Umfang beispielsweise Umgang mit dem anderen Elternteil umzusetzen ist. Das Ganze ist immer ausgerichtet am Wohl der Kinder“, schreibt sie

Um auch die psychologischen Kontexte im Verfahren besser verstehen zu können, habe sie sich vor fünf Jahren entschieden, neben ihrer Volltagsarbeit als Rechtsanwältin noch Psychologie zu studieren. Thema ihrer Masterarbeit seien Kinder in Trennungsprozessen.

In dem Seminar, dessen Anerkennung als Fortbildung von der Kammer abgelehnt wurde, gehe es konkret um die tägliche Arbeit der Familienrechtsanwälte. „Ein besonderer Blick richtet sich hierbei auf kommunikative Aspekte und die Interaktion zwischen den Familienmitgliedern“, heißt es in der Beschreibung. des Themas.

Profile aller weiterbildenden Schulen in Oldenburg. Welche Schule passt am Besten?

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Thomas Husmann Redakteur / Redaktion Oldenburg
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