Oldenburg Wer hätte das vor 25 Jahren gedacht: Mit 20 Engagierten startete der Ambulante Hospizdienst in Oldenburg. Heute sind mehr als 150 Ehrenamtliche in der Begleitung aktiv. Grund genug, die zweieinhalb Jahrzehnte gebührend zu feiern. Am Samstag öffnen sich die Türen an der Haareneschstraße 62. Jeder, der den Dienst und die Mitarbeiter kennenlernen möchte, ist dazu eingeladen. Dazu werden Weggefährten und Mitarbeiter vor Ort sein. „Wir wollten keine Veranstaltung, bei der man drei Stunden am Tisch sitzt und sich Grußworte anhört“, sagt Leiterin Renate Lohmann. Daher erwartet die Besucher ab 17 Uhr ein Programm aus Musik, Tanz, Austausch und fröhlich sein.

„Wir haben das in uns“

Fröhlich sein – geht das überhaupt? „Natürlich“, sagt Lohmann, „daher ist das Motto des Tages ,Das Leben leben’“. Und zu diesem Leben gehöre das Sterben nun einmal dazu. Lohmann selbst ist seit 2002 bei der Stiftung Hospizdienst, wie sie heute heißt. Hat den Neubau 2011 an der Haareneschstraße begleitet und die Erweiterung im Jahr 2017. „Seitdem wir das Haus haben, haben wir eine größere Wahrnehmung. Dadurch haben wir ein Gesicht bekommen.“ Denn auch heute noch, nach 25 Jahren, ist vielen Menschen immer noch nicht ganz klar, was sich hinter einem Ambulanten Hospizdienst verbirgt. „Wir machen keine Pflege, keine Hausarbeit und keine medizinische Arbeit“, betont Lohmann, „wir begleiten.“ Die Basis auf der dies geschieht, orientiert sich an dem Grundsatz: „Menschen begleiten Menschen, weil sie Menschen sind und nicht fachkompetent.“ Das unterscheide sie etwa von Pflegekräften. „Wir können Menschen begleiten, weil wir selbst sterblich sind. Wir haben das in uns.“ Und so begleiten die Ehrenamtlichen Menschen auf ihrem Weg, vom Kind bis zum hochaltrigen Senioren.

Doch bis dahin war es ein weiter Weg. Die Anfänge des Dienstes wirken heutzutage bescheiden. „Einen Verein wollten die Engagierten damals nicht gründen“, weiß Lohmann. Daher konnten sie – obwohl konfessionsungebunden –  unter das Dach der evangelischen Kirche schlüpfen, um über diesen Umweg zweckgebundene Spenden einnehmen zu können. Zur Jahrtausendwende war dann allerdings die Zeit gekommen, den Dienst in eine neue Rechtsform zu überführen. Mit einer Minimal-Einlage wurde die Stiftung gegründet. „Das war auch wichtig, um Irritationen vorzubeugen“, sagt Lohmann: „Es gab Menschen, die dachten, sie könnten sich nicht an uns wenden, weil sie aus der Kirche ausgetreten sind“.

Buch erzählt vom Sterben

Seitdem wächst der Hospizdienst beständig. Teilt sich in die Begleitung Erwachsener, Kinder und Jugendlicher sowie die Online-Beratung. Dazu kommen öffentliche Veranstaltungen, Fortbildungen, Trauergruppen, Vorbereitungskurse und Workshops. Und ein eigenes Buch wurde nun erstellt. Darin finden sich Geschichten von Menschen, die andere begleitet haben. Aber auch von denjenigen, die in der schwierigen Zeit des Abschiednehmens von einem geliebten Menschen begleitet wurden. „Tausend Begegnungen, Letzte Wege, Leben, Abschiede“ ist es übertitelt. Erhältlich ist es in den Räumen des Hospizdienstes – zum Beispiel am Samstag beim Sommerfest.

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Mareike Weberink Redakteurin / Redaktion Oldenburg
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