Oldenburg Darla würde gerne etwas über die Hexe Lilli lesen. „Das ist meine Lieblingsgeschichte“, sagt die Achtjährige. Die Bücherei der Grundschule Babenend hat sie in diesem Moment fast für sich allein. Mit dabei ist nur ihre Mentorin Carolin Danzer.

Die 25-Jährige engagiert sich ehrenamtlich als Leselernhelferin beim Verein Mentor Oldenburg. Während die Klassenkameraden normalen Unterricht haben, bekommt Darla einmal in der Woche eine Schulstunde Einzelförderung beim Lesen. Danzer ist wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Uni und wurde über das Online-Schwarze-Brett auf den Verein aufmerksam. Seit vergangenem Oktober sitzt sie regelmäßig mit Darla zusammen. „Es macht Spaß und ist etwas Sinnvolles.“

Der Verein hat es sich zum Ziel gesetzt, Kinder beim Lesen lernen zu unterstützen. Bei vielen von ihnen findet das Vorlesen und miteinander Lesen in der eigenen Familie kaum oder gar nicht statt. Die Ursachen können Desinteresse sein, aber auch der Umstand, dass mache Eltern selbst große Leseschwächen haben und ihrem Kind nicht helfen können, selbst wenn sie es wollen. Und das beschränkt sich überhaupt nicht auf Menschen mit Migrationshintergrund. Die Hälfte der betreuten Kinder kämen aus deutschen Familien, sagt Vereinsvorsitzende Daniela Pfeiffer.

Infos zum Verein

Seit 15 Jahren gibt es den Verein „Mentor Oldenburg – Die Leselernhelfer“.

180 bis 200 Mentoren sind in Oldenburg als Leselernhelfer unterwegs.

An 40 Schulen und Institutionen werden Schüler unterstützt.

250 Kinder haben im vergangenen Schuljahr mit Leselernhelfern gearbeitet.

55 Schulstunden pro Tag geben die Mentoren des Vereins – insgesamt mehr als 10 000 Stunden pro Jahr.

Kontakt: Telefon  232 701, postmaster@mentor-oldenburg.de

    www.mentor-oldenburg.de

Viele Eltern seien dankbar, wenn der Sohn oder die Tochter die Unterstützung eines Mentoren bekommt. Und die kommt auch bei den Kindern gut an. „Sie lieben es, dass mal jemand ganz allein Zeit für sie hat“, erzählt Lehrerin Claudia Leder, die für die Grundschule Babenend den Kontakt zum Verein hält.

Dafür sind eigentlich die sogenannten Unterstützer (Koordinatoren) zuständig. Doch hier hat Mentor Oldenburg derzeit Schwierigkeiten, berichtet Pfeiffer. Denn während es vergleichsweise einfach ist, Menschen für die direkte Arbeit mit Kindern zu begeistern, gibt es zu wenige Leute, die sich um das organisatorische Drumherum kümmern.

Unterstützer betreuen in der Regel mindestens drei Schulen, erfassen den Bedarf für Leselernhelfer, koordinieren die Termine und sind Ansprechpartner für die Mentoren. Zudem sollen sie auch mit den Schulen das Gespräch suchen und für möglichst gute Bedingungen werben. An der Grundschule Babenend zum Beispiel finden die Lesestunden am Vormittag in der Bücherei statt. „Das ist leider nicht überall so“, berichtet Pfeifer. An manchen Schulen würden nur Zeitfenster in den Randzeiten angeboten, wenn die Kinder ohnehin müde und unkonzentriert sind, und die Mentoren würden mit den Kindern im Flur auf der Treppe sitzen.

Da hat es Darla besser getroffen. Die Drittklässlerin löst inzwischen gemeinsam mit ihrer Mentorin ein Rätsel. Hintergrund ist, den Text nicht nur zu lesen, sondern auch zu verstehen. Mithilfe von Carolin Danzer findet sie schnell heraus, welches Kind welchen Marienkäfer gefunden hat. Nächste Woche geht es dann weiter mit Hexe Lilli. Die Achtjährige freut sich bereits auf diese besondere Stunde.

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Patrick Buck Redakteur / Redaktion Oldenburg
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