Oldenburg Wie wirkt sich eine Veränderung der Durchschnittstemperatur auf das Leben unter Wasser aus? Was passiert, wenn weniger Licht unter die Meeresoberfläche gelangt? Welche Folgen hat eine geringere Nährstoffzusammensetzung der Unterwasserwelt?

Dr. Maren Striebel will es genau wissen. Als wissenschaftliche Mitarbeiterin des Instituts für Chemie und Biologie des Meeres (ICBM) untersucht sie mit Forschungsteams nicht nur die Folgen einer sich verändernden Welt. Am Wilhelmshavener Standort des Uni-Instituts geht man den Dingen auf den Grund: sucht nach Ursachen, findet in Experimenten heraus, wie die Zukunft aussehen könnte – sollten sich die Dinge wie bisher weiterentwickeln.

Verheerende Folgen

„Verändert sich das Lichtklima, hat das Einfluss auf die Artenzusammensetzung – bestimmte Lebewesen kommen mit der neuen Situation gut klar, andere nicht“, sagt Maren Striebel. Ähnlich verhält es sich mit einer Erhöhung der Durchschnittstemperatur, die das Überleben mancher Meeresbewohner begünstigt, das anderer einschränkt. So kann das massenhafte Auftreten bestimmter Arten – gesundheitsschädliche Blaualgen oder unfressbare Algen, welche die Effizienz der Nahrungskette stören, was wiederum die Nährstoffzusammensetzung im Wasser verändert – zu einer Veränderung der gesamten Biomasse führen.

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Bewusstsein schaffen

„Oft ist es die Kombination mehrerer Faktoren, welche die Umwelt nachhaltig ins Ungleichgewicht bringen“, sagt die Wissenschaftlerin – „wir lernen erst allmählich zu verstehen, was sich alles ändert.“ Vor Ort schauen sich die Forschungsteams den Ist-Zustand an. Die eigentliche Arbeit beginnt im Labor, wo Proben weitaus extremeren Bedingungen ausgesetzt werden. Ein Blick in die Zukunft quasi.

Maren Striebel BILD: icbm

Zur Person:

Dr. Maren Striebel (41) ist seit acht Jahren als wissenschaftliche Mitarbeiterin beim ICBM. Vom Standort Wilhelmshaven aus ist sie im Bereich Lehre, Forschung und experimentellen Anlagen aktiv.

„Wir können mit unserer Arbeit ein Bewusstsein schaffen“, sagt Maren Striebel. Das ICBM beschäftigt sich allerdings in der Hauptsache mit Grundlagenforschung – nicht mit Handlungsempfehlungen. Zu den vielen Forschungsprojekten des Instituts zählen Erfassungen von Schadstoffen wie Ruß, Öl, Schwefeldioxid oder auch Plastikmüll im Meer. So wurden beispielsweise in der Nordsee Holzplaketten ausgesetzt, auf denen Finder und Finderinnen aufgefordert wurden, ihren jeweiligen Standort zu melden – um einen Überblick auf die Verteilung von Müll im Meer zu bekommen.

Erkenntnisse teilen

Die Forschenden befassen sich aber nicht nur mit dem Lebensraum Meer – auch die Wechselbeziehung zwischen der Artenvielfalt an Land und im Wasser sind Thema. Die Auswirkungen des Klimawandels werden in Zusammenarbeit mit anderen universitären Instituten ganzheitlich betrachtet. Aktuell arbeite man daran, den wissenschaftlichen Transfer zu verstärken, sagt Maren Striebel: Forschungsergebnisse sollen nicht mehr nur in Fachzeitschriften und auf Konferenzen vorgestellt werden, sondern gezielter den Weg zu Entscheidern, zu Wirtschaft, Politik und Bevölkerung finden – zu allen, die es genau wissen wollen und sollten.

Zum ICBM:


 Die Forschungen am Institut für Chemie und Biologie des Meeres (ICBM) der Uni Oldenburg sind interdisziplinär ausgerichtet und decken ein breites Spektrum in den Meereswissenschaften ab. An den Standorten Oldenburg und Wilhelmshaven forschen WissenschaftlerInnen etwa zu Schadstoffen im Meer, geochemischen Kreisläufen und dem Einfluss von Mikroorganismen sowie zu den Auswirkungen des Klimawandels auf die Biodiversität im Meer und an Küsten. Das ICBM betreibt das Küstenobservatorium Spiekeroog und ist Heimatinstitut des Forschungsschiffes „Sonne“.
 „WissenschaftlerInnen des ICBM tragen mit ihren Forschungen dazu bei, das komplexe System Ozean und alle biologischen, chemischen und physikalischen Prozesse darin besser zu verstehen“, sagt ICBM-Direktor Prof. Dr. Thorsten Dittmar. „Nur mit einem genauen Verständnis der Meere werden wir in der Lage sein, dieses sensible Ökosystem zu schützen – so wie es die UN in ihren Nachhaltigkeitszielen formuliert.

    www.icbm.de

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Lea Bernsmann Redakteurin / Redaktion Oldenburg
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