Oldenburg „Wir sind bei der Schuldigitalisierung längst nicht so gut aufgestellt, wie wir sein müssten“, sagt Ulrich Gathmann, parteiloser CDU-Kandidat für die diesjährige Oberbürgermeisterwahl in Oldenburg.

2017 hatte die Stadt Oldenburg ein Konzept zur Digitalisierung der Schulen angekündigt. Im Spätsommer 2018 legte sie der Politik einen Fahrplan zur Einführung einer komplett zentralisierten Infrastruktur- und Softwarearchitektur vor, der eine vollständige Abkehr von der über Jahre entwickelten, dezentralen Anbindung der Schulen ans Internet und digitale Lernplattformen wie IServ empfahl. „Eine systematisch preisliche Abfrage des Marktes für derartige Lösungen enthielt das Konzept nicht“, schreibt Gathmann in einer Pressemiteilung.

Der OB-Kandidat zieht eine ernüchternde Bilanz zum Stand des 2017 angekündigten und 2019 beschlossenen, fast 25 Millionen Euro teuren Großprojektes: „In Corona-Zeiten müssen gerade Langzeit- und Mammut-Projekte überdacht und neu entschieden werden. Eigentlich sollten gemäß ursprünglicher Aussage der Stadtspitze schon fünf Pilotschulen an das eigene Glasfasernetz und Rechenzentrum angeschlossen sein, weitere sollten folgen“, so Gathmann.

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Heute sei erst eine von 50 Schulen auf dem Stand, den die Stadtspitze versprochen hatte. „Und es gibt auch noch kein Rechenzentrum. Wir hinken dem ursprünglichen Zeitplan um 18 Monate hinterher. Wann werden wir fertig? 2024? 2025? Leidtragende sind die Schüler, Eltern und Lehrer.“

Dabei gebe es Wege und Lösungen für ein deutlich beschleunigtes Vorgehen. Dafür müsse man sich „nur von dem Dogma einer totalen Zentralisierung verabschieden“, meint Gathmann. Digitale Infrastrukturen in den Schulen bestehen bereits und müssten aufgerüstet werden. „Und erfahrene Dienstleister schaffen es heutzutage, Schulen innerhalb weniger Wochen mit digitaler Infrastruktur zu ertüchtigen.“

Der Bund fördert schon seit Jahren unabhängig vom Digitalpakt die Anbindung von Schulen an das Breitbandnetz. Von der Nordsee bis zu den Alpen sind Tausende Schulen schon heute am Glasfasernetz, haben weniger Probleme mit Bildungsclouds und Video-Konferenzen im Home-Schooling.

„Hier fehlt es an Antworten für Oldenburg. Das allerdings wäre das Dringendste und mit Blick auf Initiativen vor Ort wie Glasfaser Nordwest ein lösbares Problem“, so Gathmann weiter.

„Anfang 2021 hat die Stadtspitze in der Infrastruktur also fast nichts umgesetzt und schlägt stattdessen plötzlich vor, die bei annähernd 90 Prozent der Schulen über Jahre erprobten Lernplattformen gegen ein anderes System auszutauschen, was zusätzlich zum bestehenden Stress zu erheblichen Anpassungsproblemen bei allen Beteiligten führen dürfte.“

Dabei seien die Lernplattformen nicht das größte Problem, findet der OB-Kandidat. Entscheidend sei die digitale Infrastruktur der Schulen, die zu langsam aufgerüstet werde. „Wer sich von Anfang an zu viel vorgenommen hat und nun auch noch stoisch daran festhält, wird Schiffbruch erleiden. Ein Überdenken und Umsteuern ist absolut notwendig“, so Gathmann abschließend.

Oldenburger Schulen
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