Oldenburg Die Landesregierung hat am Mittwoch auf den Lehrerprotest aus Oldenburg zur Überlastung an den Schulen mit einer Stellungnahme reagiert. Sebastian Schumacher, Sprecher von Kultusminister Grant Hendrik Tonne, sagte gegenüber der NWZ: „Uns ist sehr bewusst, dass die Arbeit als Lehrerin und Lehrer sehr anspruchsvoll ist, sowohl an allgemeinbildenden Schulen, als auch an berufsbildenden Schulen. Wir wissen auch, wie belastend diese Tätigkeit sein kann. Daher gilt unser Dank und Respekt den rund 70 000 Lehrkräften im Land und auch an denjenigen in der Stadt Oldenburg und der Region. Die Lehrkräfte setzen sich stets für eine gute Bildung der Jugendlichen ein, und dies nicht selten und unter schwierigen Bedingungen.“

Wenn sich Lehrkräfte also für bessere Arbeitsbedingungen starkmachten, dann sei das „keineswegs zu kritisieren, sondern ein berechtigtes Anliegen“. Auch, dass Gewerkschaften mehr Geld und weniger Arbeit einforderten, gehöre „zum demokratischen politischen Diskurs“. Schumacher: „In diesem Sinne nehmen wir die Resolutionen aus den Schulen auch sehr ernst, werten diese aus und bereiten Antworten vor. Der Kultusminister wird am Donnerstag weitere Resolutionen von der GEW entgegennehmen.“

Dem Ministerium sei „bei dieser Debatte wichtig darauf hinzuweisen, dass das Land bereits eine Palette an Entlastungen im Schulalltag auf den Weg gebracht hat: Eine ganze Reihe der Bausteine aus dem 11-Punkte-Entlastungspaket aus dem Januar 2019 wurde bereits umgesetzt beziehungsweise die Umsetzung in Angriff genommen“, sagte Schumacher.

Das gelte für die Aussetzung der verpflichtenden Teilnahme an VERA 3 und VERA 8 (Vergleichsarbeiten in den Jahrgangsstufen 3 und 8 fürs Bildungsmonitoring/für Bildungsstandards) in diesem Schuljahr, die Abschaffung der Anwesenheitspflicht bei Konferenzen für Lehrkräfte, den Schüler nicht selbst nach Stundenplan unterrichten, die Reduzierung der Anzahl von Fachkonferenzen, die Veröffentlichung eines Kataloges an Musterkonzepten und Beispielen guter Praxis, sowie die Entlastung der Lehrkräfte am Gymnasium bei ihren Aufgaben während des Abiturs.

Alle anderen Maßnahmen seien vom Runden Tisch und vom Forum Eigenverantwortliche Schule positiv aufgenommen worden. Nun fänden Fachdiskussionen über das „Wie“ statt. Schumacher: „Das ,Ob’ steht nicht in Frage: Alle Maßnahmen werden zeitnah umgesetzt.“

Auch das Thema Verbesserung der Arbeitsbedingungen bleibe weiterhin oben auf der Agenda der Landesregierung, so der Sprecher des Kultusministers. Es sei aber „klar, dass in Zeiten des Mangels an Lehrkräften nicht per Federstrich die Unterrichtsverpflichtung gesenkt werden kann – das würde zu Unterrichtsausfällen oder zu Erhöhungen bei den Abordnungen führen“. Das könne „auch niemand wollen“.

Wir werden auch weiterhin Schritt für Schritt Entlastungen für unsere Lehrkräfte organisieren und wollen noch in 2019 einen entsprechenden Stufenplan vorlegen, sagte Schumacher. „Und wir gehen davon aus, dass die Gewerkschaft GEW sich auch weiterhin mit Vorschlägen konstruktiv in diesen Diskurs mit einbringt. Das gilt auch für die Frage einer besseren Bezahlung im Bereich der Grund- Haupt- und Realschullehrkräfte.“

Profile aller weiterbildenden Schulen in Oldenburg. Welche Schule passt am Besten?

Oldenburger Schulen
Profile aller weiterbildenden Schulen in Oldenburg. Welche Schule passt am Besten?

Karsten Röhr Redakteur / Redaktion Oldenburg
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