Oldenburg Eine Ära ist zu Ende gegangen. Nach 15 Jahren als Vorstandsvorsitzender des Oldenburger Informatikinstituts Offis hat der Wissenschaftler Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Nebel (63) seinen Posten an seinen Kollegen Prof. Dr. Sebastian Lehnhoff (42) weitergegeben. Lehnhoff wurde bei der Offis-Mitgliederversammlung am Donnerstag einstimmig zum neuen Vorstandsvorsitzenden gewählt.

„Es ist einfach fair, dass man den jüngeren Kollegen eine Chance gibt zu gestalten“, sagte Nebel zum Führungswechsel. Er sei nicht amtsmüde gewesen, die Aufgabe als Vorsitzender habe ihm ganz viel Spaß gemacht. Doch es sei nach 15 Jahren an der Zeit gewesen, mit Blick auf die Zukunft, rechtzeitig die Weichen zu stellen und der nächsten Generation von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern Gestaltungsräume für die digitale Zukunft zu bieten.

„Ich habe hier in Oldenburg und am Offis ein tolles Umfeld für exzellente Forschung. Allein in meiner Disziplin, der Energieinformatik, sind wir meines Wissens heute europaweit der größte Forschungs- und Entwicklungsstandort“, sagte Lehnhoff, der an der Universität Oldenburg Informatik lehrt – wie auch Nebel (Technische Informatik). Er spüre einen großen Rückhalt im Vorstand. „Es macht unglaublich viel Spaß, hier arbeiten und gestalten zu können.“

„Das Institut ist bei Sebastian Lehnhoff in den besten Händen. Er ist ein hervorragender Fachmann. Ich werde ihn und das Institut weiter unterstützen“, sagte Nebel, der noch zwei weitere Jahre im wiedergewählten fünfköpfigen Offis-Vorstand mitarbeiten will (seit 1998 Mitglied).

Das 1991 gegründete Offis ist ein international agierendes Forschungs- und Entwicklungsinstitut für ausgewählte Informatiktechnologien und praxisrelevante IT-Forschungsbereiche (An-Institut der Uni Oldenburg). Der Fokus liegt auf dem technologischen Wissenstransfer aus der Forschung in die Wirtschaft.

Das Offis entwickele sich stetig weiter, so Lehnhoff. Ein Kernprojekt sei für ihn künftig die Verwirklichung des zweistelligen Millionenprojekts IT-Campus in Oldenburg. Derzeit bemühe man sich um ein geeignetes Grundstück (zwischen Campus Haarentor und Wechloy), ergänzte Nebel.

Zur Person

Prof. Dr. Sebastian Lehnhoff (42) kommt gebürtig aus Essen, studierte Informatik an der Technischen Universität Dortmund und promovierte im Frühjahr 2010 am Lehrstuhl für Betriebssysteme und Rechnerarchitektur. Von 2010 bis 2015 war er Juniorprofessor für Energieinformatik an der Universität Oldenburg. Seit Ende 2015 ist er Professor für Energieinformatik in Oldenburg und als Bereichsvorstand im Offis-Bereich Energie tätig. Hier beschäftigt er sich mit Forschungsthemen im Umfeld intelligenter Energiesysteme (Smart Grids). Seit 2016 ist Lehnhoff Mitglied im Offis-Vorstand. Der 42-Jährige ist verheiratet und hat eine dreijährige Tochter.

„Mit der Ausgliederung unseres Forschungsbereichs Verkehr in das neue DLR-Institut (Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt) ,System Engineering für zukünftige Mobilität‘ entsteht ein weiterer deutscher Forschungshotspot in Oldenburg“, nannte Lehnhoff einen der großen Verdienste seines Vorgängers: „Offis steht so gut da, wie noch nie in fast 30 Jahren.“ Man habe über 300 Mitarbeiter, erwarte zudem den höchsten Jahresumsatz in der Geschichte des Instituts – voraussichtlich mehr als 20 Millionen Euro in 2020, so Lehnhoff.

Künftig solle eine DFKI-Forschergruppe (Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz) in Oldenburg angesiedelt werden. „Und wir bekommen Digitalisierungsprofessuren. Das schafft auch ganz viele neue Möglichkeiten für die IT-Forschung“, betonte Lehnhoff. Die Telemedizin/-pflege wolle Offis vorantreiben, doch z.B. auch in der Corona-Krise genutzte kreative digitale Arbeitsformen sollen weiterentwickelt werden.

„Wir haben einen guten Lauf. Oldenburg ist einer der ganz starken Standorte der Informatik in Niedersachsen“, sagte Nebel.

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Sebastian Friedhoff Redakteur / Newsdesk
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