Oldenburg Mehr als 1000 Studenten aus dem Ausland sind an der Universität Oldenburg eingeschrieben. Als internationale Gäste kommen sie aus der ganzen Welt in die Huntestadt und stehen, auch wenn es zum Teil große individuelle Unterschiede gibt, oft vor den gleichen Herausforderungen. Denn das Leben an der Uni und den Alltag in einem fremden Land zu meistern, fällt vielen Studenten besonders zu Beginn des Aufenthalts sehr schwer.

Um den Gästen aus dem Ausland zu helfen, hat sich die „Hochschulgruppe ausländischer StudentInnen an der Universität Oldenburg“ (HGAS) gegründet und ist seit 1980 als Hochschulgruppe anerkannt. Jeder ausländische Student wird mit seiner Einschreibung an der Universität automatisch Mitglied der HGAS.

Einer ihrer gewählten Vertreter ist Seith Onyango, der 2017 über ein Austauschprogramm aus Kenia nach Oldenburg gekommen ist und mittlerweile im Master-Studiengang „Water and Coastal Management“ (deutsch: Wasser- und Küstenmanagement) eingeschrieben ist. Mit der NWZ hat er über seine Aufgaben und die Herausforderungen, vor denen die internationalen Studenten stehen, gesprochen.

Sorgen, Ängste, Nöte

Insgesamt bewertet Onyango die Bedingungen für ausländischen Studenten in Oldenburg als gut: „Wir sind gerne hier und freuen uns darüber, als Gäste aufgenommen zu werden“, sagt der Master-Student, der aber auch die Sorgen, Ängste und Nöte der internationalen Gäste kennt.

„Viele Studenten wünschen sich, dass sie kostenlos an Intensivsprachkursen in den Semesterferien teilnehmen können, um die deutsche Sprache schneller zu lernen“, berichtet der Kenianer. Bislang müssten die meisten Studenten für dieses Angebot 250 Euro zahlen. Die kostenfreie Alternative sei ein Kurs während des Semesters, der zwei Mal in der Woche laufe, neben den anderen Lehrveranstaltungen.

Ein anderes Problem sei für viele Studenten die Frist zur Zahlung des Semesterbeitrages (für das Sommersemester 2020 war das der 15. Februar). „Es wäre schön, wenn der Termin an den Beginn des Semesters (1. April) verschoben würde, damit mehr Zeit bleibt, das Geld (401,27 Euro) aufzubringen“, sagt Onyango.

Als schwierig könne sich für ausländische Studenten auch ein Besuch beim Arzt erweisen. Als Beispiel nennt Onyango einen jungen Mann, der ihn angesprochen habe, weil er eine Art Tinnitus und Schmerzen im Ohr gehabt habe. „Ich hab ihm geholfen, einen Ohrenarzt zu finden.“ Doch leider sei der Besuch nicht gut gelaufen. Der Arzt habe zwar auf Englisch mit dem Studenten gesprochen, der hätte aber nicht den Eindruck gehabt, dass der Medizinier ihn richtig verstanden habe. „Zum Glück hat sich das Problem nach zwei Wochen von alleine gelöst“, berichtet Onyango weiter, der sich wünscht, dass es mehr Ärzte in Oldenburg gibt, die besser auf ausländische Patienten eingehen können.

Das sei aber nur eine Auswahl der Probleme, mit denen der Vertreter der internationalen Studenten konfrontiert werde. „Gewünscht sind auch längere Öffnungszeiten der Bibliothek in Wechloy, eine engere Zusammenarbeit mit der GSG, weil es sehr schwierig ist, eine Wohnung in Oldenburg zu finden, oder mehr Angebote, sich ehrenamtlich zu engagieren“, so Onyango, der auch Sprach-Stammtische organisiert und eine Vorliebe für Grünkohl entwickelt hat.

Grünkohl kiloweise

Er kaufe seinen Grünkohl immer kiloweise. „Dazu esse ich Ugali, einen Brei aus Maismehl“, berichtet der Kenianer. Das sei eine Mischung aus afrikanischer und deutscher Küche und schmecke hervorragend. Besonders aber freute er sich auf seine erste Kohltour an diesem Wochenende mit deutschen und ausländischen Studenten.

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Wolfgang Alexander Meyer Redakteur / Redaktion Oldenburg/Westerstede
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