Oldenburg Er habe bei seinen Besuchen in deutschen Schulmensen schon alles gesehen, sagt Stefan Marquard, „von ganz grausam bis hervorragend“. Die Schulverpflegung in der IGS Helene-Lange-Schule dürfte wohl eher in letztere Kategorie fallen. „Das ist hier schon vorbildlich. Hier ziehen alle an einem Strang, Schüler, Lehrer, Eltern, Caterer, Schulleitung“, lobt er.

Der Tag in der Schulmensa begann früh. Schon um 6.30 Uhr hatte der Sternekoch zur ersten Menübesprechung geladen. Burger sollen an diesem Mittag auf den Tisch kommen, 800 Stück. Um 8 Uhr stand dann die erste Schülergruppe in der Küche, um 10 Uhr folgte die zweite. Fertigprodukte? Fehlanzeige. „Die Schüler haben alles selber gemacht, die Burgerpatties, den Ketchup, die Mayonnaise. Und sie haben toll mitgemacht“, berichtet der Spitzenkoch mit dem markanten Outfit. Ziegenbart, Bandana-Tuch auf dem Kopf und die schwarze Kochkleidung sind längst zum Markenzeichen geworden.

Mit 30 Schüler stand der 55-Jährige in der Schulmensa und bereitete die Burger vor. „Wichtig ist, sich mit den Kindern auf eine Stufe zu stellen. Wir müssen ihnen zuhören, was sie möchten, nicht einfach etwas vorsetzen“, erklärt er. Mit karamellisierten Möhren brauche man ihnen nicht kommen.

Mit den Burgern hat er genau den Nerv der Schüler getroffen. Dass die Hackfleischmasse einen großen Anteil Gemüse enthält, in den Burgerbrötchen jede Menge Hafer steckt und die Mayonnaise auf Gemüsebasis hergestellt wurde, stört die jungen Esser nicht. So schlägt Stefan Marquard gleich zwei Fliegen mit einer Klappe: Die Kindern bekommen gesunde Kost, die ihnen auch noch schmeckt.

Nach dem Mittagessen kam das Cateringteam der Schule in den Genuss einer Kocheinheit mit dem Spitzenkoch. „Das Team macht seine Sache schon sehr gut“, betont er. Dennoch gebe es noch Dinge, die verbessert werden könnten. „Die Nudelbar in der Mensa ist super, aber bei den Nudelsaucen könnte noch mehr auf Gemüse als Basis gesetzt werden“, nennt Marquard ein Beispiel.

Für die Stadt spielt gesundes Schulessen eine wichtige Rolle. Dazu wird derzeit das Rahmenkonzept Schulverpflegung erarbeitet. Im Dezember soll es im Stadtrat verabschiedet werden.

Seit 2015 läuft das gemeinsame Projekt „Sterneküche macht Schule“ der Krankenkasse Knappschaft und Marquard bereits. Rund 20 Schulen besucht der Koch pro Jahr. Auch nach dem Aktionstag steht er für die Schulen als Ansprechpartnern zur Verfügung. „Ich bin immer erreichbar und gebe gerne Tipps“, sagt er. Die beteiligten Schulen sind zudem in einem Netzwerk miteinander verbunden und können sich hierüber austauschen.

Auch mit den Schülern bleibt Stefan Marquard nach dem Aktionstag in besonderer Verbindung. „Wir schließen eine Art Pakt“, sagt er mit einem Augenzwinkern. Sie seien jetzt seine Agenten, gibt er den Jugendlichen mit auf den Weg, die nun Geschwister, Eltern und Freunde infizieren sollten, mit der Lust auf gutes, gesundes und nachhaltiges Essen.


Ein Video gibt es unter:   www.nwzonline.de/videos 

Oldenburger Schulen
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Lars Ruhsam Redakteur / Redaktion Westerstede
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