Oldenburg Die BBS Haarentor feiern ein kleines internationales Jubiläum – ein Dutzend Begegnungen mit Russland organisierte die Schule seit 2014. „Als wir den ersten Russisch-Kurs anboten, stand für uns fest, dass wir auch Kontakte nach Russland aufbauen wollen. Denn eine Fremdsprache zu lernen ohne Kontakt zum Zielland, das ist doch ein bisschen wie Baden ohne Wasser“, umreißt Volker Kruse, der gemeinsam mit Vera Mühlbradt die Russland-Aktivitäten an den BBS Haarentor initiiert hat, den Start.

Vermutlich einmalig an niedersächsischen Berufsschulen, haben die BBS-Schüler die Möglichkeit, einen Russisch-Kurs zu belegen, 3 Unterrichtsstunden pro Woche – auf freiwilliger Basis. Anfänger können dort das Sprachniveau A1 erreichen, das befähigt, einfache Dialoge zu führen. „Nach einem Jahr können die Azubis in ihren Ausbildungsbetrieben natürlich noch nicht die Korrespondenz mit russischen Geschäftspartnern übernehmen. Aber sie haben einen Einstieg in die Sprache geschafft und gezeigt, dass sie den Mut haben, sich neben den Ausbildungsinhalten noch zusätzlichen Herausforderungen zu stellen“, sagt Kruse. Für Azubis, die bereits mit guten Vorkenntnissen in den Kurs kämen, gebe es die Möglichkeit, Wirtschaftsrussisch als Vertiefung zu lernen.

Jedes Jahr fährt die BBS mit dem Kurs nach Sankt Petersburg – neben touristischen Inhalten geht es auch zur Hamburger IHK-Vertretung in St. Petersburg, zum Petersburger Werk von Bosch-Siemens oder in die traditionsreiche Uhren-Manufaktur „Raketa“.

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Mit dem Polytechnischen College in Izhevsk (über 600 000 Einwohner) gibt es seit 2015 eine Partnerschule aus dem BBS-Bereich. Izhevsk, 1400 km östlich von Moskau, war bis Mitte der 90er Jahre eine geschlossene Stadt, für Touristen nicht zugänglich – als ein Zentrum der sowjetischen Rüstungsindustrie. Die Begegnungen haben die BBS in ihrer Wahl längst bestätigt. Lehrerin Petra Jünke, die die jüngste Fahrt begleitete, sagt: „Der Austausch lebt von der Begegnung zwischen den Menschen.“ Gleichzeitig fordere er natürlich allen einiges ab – „Aufgeschlossenheit, Geduld und Improvisation sind wichtige Anforderungen, auch wegen der Sprachbarrieren.“

Als die erste Gruppe von Izhevsker Azubis 2016 hierher kommen wollte, fragten sie vorher noch nach, ob man nicht besser absagen sollte, da es in Oldenburg zu gefährlich sei. „Wir waren sprachlos – Oldenburg und gefährlich?“, erinnert sich Kruse. Einige russische Medien hatten die Situation in Deutschland – ein Jahr nach der Flüchtlingskrise – wiewohl stark verzerrt. An den BBS Haarentor organisierte man deshalb ein Treffen. Die russischen Azubis begegneten geflüchteten Jugendlichen, die an den BBS eine Sprachlern-Klasse besuchten. „Die Jugendlichen aus Oldenburg, Syrien und Russland, die bis dahin nur aus den Medien voneinander wussten, erkannten bei dieser Begegnung, dass sie viel mehr verbindet als trennt“, sagt Kruse, „eine Art Bürgerdiplomatie“.

„Vor allem die erste Fahrt war ein echtes Abenteuer,“ erinnert sich Vera Mühlbradt. „Denn wir wussten nicht, was uns erwartet. Würden wir uns mit unseren Gastgebern überhaupt verständigen können? Und auch verstehen?“ Diese Sorgen verflüchtigten sich schnell angesichts der Herzlichkeit und Gastfreundschaft, die die Gruppen in Izhevsk erlebten. Und es kam so, wie die russische Kollegin Olga Byzowa es formulierte: Die Gäste aus Oldenburg nahmen bisher stets ein kleines Stückchen Russland in ihren Herzen mit nach Hause.“

Mittlerweile hat sich zwischen den Auszubildenden beider Schulen ein Netz freundschaftlicher Beziehungen entwickelt, mehr als 150 Personen nahmen an den sechs Begegnungen teil. Deshalb möchte man nun versuchen, die Verbindung nach Izhevsk nachhaltig zu gestalten und auch für ehemalige Schülerinnen und Schüler und andere Interessierte Wege finden, um die geknüpften Beziehungen weiter auszubauen.


Mehr Infos unter   www.bbs-haarentor.de 

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Karsten Röhr Redakteur / Redaktion Oldenburg
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