Oldenburg Einfach brav zum Unterricht gehen, aufpassen und schön büffeln: Fertig ist der Einser-Abschluss – könnte man meinen. Doch so einfach ist es in der Berufsausbildung (in der Regel) nicht. Der Weg zum Prädikat „sehr gut“ ist meistens eine Gemeinschaftsleistung, meint Chiara Janette van Hove.

Die 22-Jährige muss es wissen. Sie hat ihre Ausbildung zur Kauffrau im Einzelhandel beim Modehaus Leffers mit Bestnote abgeschlossen. „Wichtig ist natürlich, dass einem der Beruf und das Arbeiten Spaß macht“, sagt sie. Und dafür kann sie nicht alleine sorgen, denn in puncto Arbeitsklima ist schließlich das Verhalten von Kollegen und Vorgesetzten ganz entscheidend. Wird Ausbildung ernstgenommen? Oder sind Azubis nur billige Arbeitskräfte, die zu viele Fragen stellen?

Variante eins könne man nur erwarten, wenn diese Linie auch von der Unternehmensleitung so vorgelebt werde, ist Ilka Berthold überzeugt. Die Personal- und Ausbildungsleiterin bei Leffers meint, dass das Engagement für Ausbildung nur als durchgehender Bestandteil der Unternehmenskultur für die nötige Qualität der Mitarbeiter sorgen kann. Gegenbeispiele, bei denen Azubis der Rückhalt ihrer Firma fehlt und die dadurch Schwierigkeiten haben, kenne sie als Mitglied des Prüfungsausschusses zur Genüge.

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Berufsbeste der IHK Oldenburg

31 junge Leute aus Oldenburger Betrieben haben bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) in zwölf Berufen ihre Ausbildung mit „sehr gut“ abgeschlossen.

53acht: Alina Esselborn; Aktiv und Irma: Nina Emken; Autogalerie Schlickel: Julia Rehm; Bäko: Rike Janßen; BASF: Niklas Janzen; Cycle-Union: Oliver Kaschlun; Deichmann: Melanie Heuer, Philipp-Nicholas Stritzel; Deutsche Post: Christopher Neumann; EWE Netz: Hauke Aden, Mathis Antons, Christoph Cordes, Momin Hashmi, Jan Menke, Timo Schmidt, Kiana-Marie Slembeck, Wilko Tammen, Kim-Lana Wulff; Floragard: Stefanie Schmitz; H. Freese: Frauke Osterkamp; IBB: Dorke Schlesinger; Ikea: Nele Friederike Eckbauer; LzO: Milena Ottersberg; Leffers: Benedikt Reckord, Chiara Jannette van Hove; Lufa: Luisa Hölzl, Anke Osterbuhr; Möbel Buss: Sam Gancosch; OLB: Dominik Ortmann; Douglas: Regina Zahn; Stadt Oldenburg: Neele Fraedrich

Probleme sieht Berthold allerdings auch außerhalb mancher Unternehmen. Zum Beispiel in der schlechten Ausstattung und Unterrichtsversorgung der Berufsbildenden Schulen. „Die müssen finanziell besser gestellt werden“. Oder bei der oft fehlenden Berufsorientierung, vor allem an Gymnasien. Das würde dazu führen, dass zu viele junge Menschen zum Beispiel zunächst ins Studium gingen, obwohl sie für diese theorielastige Ausbildung gar nicht geeignet seien. Sie fehlten dann als starke Bewerber für die Berufsausbildung.

Van Hofe hat nach ihrem Abitur in Emden eben nicht den Weg an die Uni gewählt. „Ich wollte etwas Praktisches machen“. Das Interesse für Mode und die beliebte Wunsch „etwas mit Menschen“ zu machen, führten zur Bewerbung bei Leffers.

Bereut hat sie das nicht. Sie schätzt die Abwechslung, die der Wechsel zwischen den Abteilungen bringt. Die internen Schulungen, um Wissen zu vertiefen. Und die innerbetriebliche Unterstützung durch Kollegen und Führungskräfte. Das sind (neben dem klassischen Lernen) die Bausteine für das Gesamtkunstwerk „sehr gut“, das am Ende ihrer Ausbildung steht.

Inzwischen ist die 22-Jährige als feste Mitarbeiterin übernommen worden. Ziele hat sie weiterhin, zum Beispiel den Aufstieg zur Abteilungsleitung. Auch dafür hat die Personalleiterin ein offenes Ohr. Berthold: „Wir wollen die Leute, die wir ausbilden, ja behalten.“

Oldenburger Schulen
Profile aller weiterbildenden Schulen in Oldenburg. Welche Schule passt am Besten?

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Patrick Buck stv. Redaktionsleiter / Redaktion Oldenburg
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