Ohmstede Wie kommen Grundschulkinder heutzutage zur Schule? Mit dem „Eltern-Taxi“, wie es immer heißt? „Nicht unbedingt, aber vielfach ist das so“, weiß Nicole Gourdon-Brand, Leiterin der Grundschule (GS) Ohmstede. Deshalb mussten in dem Viertel auch schon verkehrsregelnde Veränderungen eingeführt werden. Bewegung ganz anderer Art kommt nun ins Ganze. Denn jetzt startet in Ohmstede der Schulexpress. Der soll dazu animieren, dass die Kinder in der Gruppe sicher zur Schule spazieren.

An vier Oldenburger Grundschulen „rollt“ der Schulexpress bereits. Nach der GS Staakenweg (seit 2011), der GS Klingenbergstraße (2014) und der GS Bümmerstede (2015) kam im vergangenen Jahr die GS Etzhorn hinzu. Mit der GS Ohmstede beteiligen sich nun also fünf Oldenburger Grundschulen an dem Projekt, das vor 15 Jahren von einer Elterninitiative im Bremer Stadtteil Borgfeld ins Leben gerufen wurde. Initiatorin war damals Ursula Nölle, Reiseverkehrskauffrau und Mutter von vier Kindern. Laut Nölle haben sich inzwischen 130 Schulen in Bremen und umzu angeschlossen.

Einfaches Prinzip

Das Prinzip ist einfach: Haltestellen, die mit dem Schild „Schulexpress“ gekennzeichnet sind, dienen als Treffpunkte für Kinder, die gemeinsam zur Schule laufen wollen und direkt in der Nähe einer Haltestelle wohnen. Wenn der Schulweg doch etwas länger ist, können die Treffpunkte auch als Elternhaltestelle genutzt werden. In dem Fall bringen Eltern ihre Kinder zu einer der Haltestellen und die Kinder laufen den restlichen Weg zur Schule. So wird das Parken und Rangieren im Bereich der Schule vermieden und der Verkehr verteilt sich im Einzugsgebiet der Schule. Außerdem werden Autokilometer reduziert.

Sicherlich sehr zur Freude der Anwohner des Överkamps. Denn die Wohnstraße auf der „Rückseite“ des Schulgeländes wird vornehmlich für den Bringverkehr genutzt. Auf der „Vorderseite“, an der Rennplatzstraße, wurde vor fast sechs Jahren gegenüber der Grundschule eine Halteverbotszone eingerichtet. Damals hatte die Polizei bei Verkehrskontrollen zahlreiche gefährliche Situationen beobachtet, wenn Kinder vom Auto der Eltern über die Fahrbahn zur Schule laufen mussten.

Die Stadtverwaltung reagierte mit dem Halteverbot, das von 7 bis 16 Uhr gilt. „Vor allem im Winter gibt es am Överkamp große Parkprobleme“, erzählt Nicole Gourdon-Brand. Das ehrgeizige Ziel, das man sich mit dem Schulexpress-Start gesteckt hat, lautet sogar: „Der Överkamp soll autofrei werden“. Dieser Satz prangt zumindest schon auf einem Transparent.

Woran liegt es denn, dass viele Kinder von den Eltern mit dem Auto gebracht werden? „Der Verkehr ist dichter geworden. Und die Eltern haben Angst“, erklärt Nicole Gourdon-Brand. Ihre Kollegin Gabriele Grundmann-Pop­hanken nickt. Die Lehrerin, die gleichzeitig auch als Abgeordnete beim Regionalen Umweltzentrum (RUZ) tätig ist, hat sich maßgeblich um den Schulexpress für die GS Ohmstede gekümmert. Mobilität, der Umweltgedanke und das Gemeinschaftserlebnis nennt die Pädagogin als Stichwörter für dieses Projekt. Der Schulexpress diene auch der Förderung der Selbstständigkeit der Kinder. „Wir geben nur den Anstoß und zwischendurch Unterstützung. Aber im Grunde ist das ein Elternprojekt“, sagt die Schulleiterin.

Im Schulvorstand (Lehrkräfte und Eltern) wurde das Vorhaben nach dem Konzept von Ursula Nölle abgestimmt. Eltern stellten sich für das Vorbereitungsteam zur Verfügung. Auch Klaus Blaser, Verkehrssicherheitsberater der Polizei, ist mit im Boot. Stadtteilpläne mit den zehn Schulexpress-Haltestellen wurden in den Klassen ausgehängt. „So konnte jedes Kind seine Haltestelle sehen“, erklärt Gabriele Grundmann-Pop­hanken.

Startzeit vorgegeben

Die Eltern der neuen Erstklässler werden auch über das Prozedere informiert. „Wir geben nur vor, wann an den Haltestellen Startzeit ist. Ansonsten managen das alle selber. An den ersten zehn Tagen stehen aber Eltern an den Haltestellen, damit sich alles einspielt“, so Grundmann-Pop­hanken.

Am Donnerstag wurde der Ohmsteder Schulexpress mit einem Verkehrsprojekttag vorgestellt. Gesponsert wird dieses Projekt vor allem von der Handelskrankenkasse (HKK), dem Gemeinde-Unfallversicherungsverband (GUV) Oldenburg, der GSG, Büfa, Sila Signaltechnik sowie dem Förderverein der Schule. Am Donnerstag wurden die vierten Klassen (die die Grundschule ja nun verlassen werden) auf dem Parkplatz des nahen Aktiv-Irma-Marktes zum Thema toter Winkel unterrichtet. Hierfür hatte die Firma Springer und Sohn aus Oldenburg einen Lastwagen zur Verfügung gestellt. Die dritten Klassen übten das Fahrradfahren auf einem Parcours, und die Kinder der Klasse 1 und 2 waren auf Rollern in der Turnhalle unterwegs. Außerdem wurde den Kindern gezeigt, wie man einen „Platten“ am Fahrrad repariert.

Da hat sich in Ohmstede viel bewegt. Und nun startet auch noch der Schulexpress.


     www.schulexpress.de 
Profile aller weiterbildenden Schulen in Oldenburg. Welche Schule passt am Besten?

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Susanne Gloger Redakteurin / Redaktion Oldenburg
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