Oldenburg Voller Spannung erwarten etwa 150 als römische Soldaten verkleidete Gymnasiasten aus Oldenburg und Bremen das Startsignal. Um 10.30 Uhr bricht der Triumphzug Julius Caesars vom Vorplatz des Alten Gymnasiums auf und wird etwa eine Stunde später, umjubelt von vielen Schaulustigen, den Schlossplatz erreichen. Der Pferdewagen steht bereit, Julius Caesar und die als Priester und Edelleute verkleideten Studierenden und Schüler der älteren Jahrgänge haben sich in Stellung gebracht.

Der zwölfjährige Lasse ist einer der als Legionäre verkleideten Schüler. Er besucht die 7. Klasse der Graf-Anton-Günther-Schule. Seit einem Jahr lernt Lasse Latein. „An Latein mag ich, dass die Sprache etwas mit der Vergangenheit zu tun hat“, sagte er. Auch das Schulfach Geschichte verfolge er mit großem Interesse.

Am Sonnabend ließen rund 200 Beteiligte aus Studierenden, Lehrenden und Schülerinnen und Schülern von Cäcilienschule, Gymnasium Eversten, Graf-Anton-Günther-Schule, Herbartgymnasium, Altem und Neuem Gymnasium sowie dem Alten Gymnasium Bremen den Triumphzug Julius Caesars von 46 vor Christus nach seinen erfolgreichen Eroberungen in Südeuropa und Nordafrika aufleben. Ziel der Aktion war es, Grundschüler, die bald auf das Gymnasium wechseln, für die Sprache der alten Römer zu begeistern.

Die Initiative startete an der Universität Oldenburg. „Wir wollen die Wichtigkeit der Antike aufzeigen. Sie ist das Fundament unserer Zivilisation“, sagte Professor Michael Sommer von der Abteilung für Geschichte an der Carl-von-Ossietzky-Universität. Er und seine Kollegen Georg Müller und Lena Schönborn begeisterten 15 ihrer Studierenden für die Aktion. Als Priester, Edelleute und Gefangene verkleidet, liefen sie bei der Parade mit.

Einer von ihnen war Odysseus Savvides, Lehramtsstudent im 3. Semester. Der 20-Jährige mimte Julius Caesar. In edle Gewändern gekleidet, mit rot geschminktem Gesicht und einem goldenen Lorbeerkranz auf dem Kopf fuhr er auf einem Pferdewagen vor den Legionären her. Der zukünftige Geschichtslehrer wählte in seiner Schulzeit lieber Französisch als Latein zur zweiten Fremdsprache. „Das war keine gute Entscheidung“, wie er aus heutiger Sicht denkt. Er müsse das kleine Latinum nun an der Uni nachholen. Die Wahl der zweiten Fremdsprache solle Savvides zufolge gut durchdacht werden: „Latein kann im Studium in vielerlei Hinsicht hilfreich sein.“

„Für die Schüler ist das eine feine Sache. Der Triumphzug führt Schüler zusammen“, sagte Rektor des Alten Gymnasiums, Frank Marschhausen. Lateinlehrer Dr. Matthias Hengelbrock ergänzte: „Bei Latein geht es nicht nur ums Vokabelpauken. Deshalb wollen wir einen praxisnahen Unterricht gestalten.“


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