Oldenburg Die Organisatoren der Klassentreffen geben sich immer viel Mühe. Sie sorgen dafür, dass ihre ehemaligen Mitschülerinnen und Mitschüler einen schönen Tag genießen können.

Volksschule Ofenerdiek (Abgang 1954)

Die Überraschung war groß, als die 23 Ehemaligen der Abschlussklasse 1954 der damaligen Volksschule Ofenerdiek sich wiedertrafen. Ein original amerikanischer School Bus stand für sie auf dem Pausenhof an der Lagerstraße bereit. Das sechsköpfig Organisationsteam hatte ihn für einen Klassenausflug gechartert. Der führte in Richtung Bad Zwischenahn, wo man sich zunächst in der Queren­steder Mühle mit einem Mittagessen stärkte. In der Gummibahn „Emma” wurden am Nachmittag dann die Schönheiten von Bad Zwischenahn und Umgebung sowie die üppig blühenden Rhododendren besichtigt.

Bei Kaffee und Kuchen und einem kleinen Abendbrot im Gemeinschaftsraum der Freiwilligen Feuerwehr Ohrwege, bereitet durch die Ehefrauen des Orga-Teams, durften die ehemaligen Schülerinnen und Schüler noch einmal beim Betrachten alter Fotos in Erinnerung – 60 Jahre nach der gemeinsamen Schulzeit – schwelgen.

Da dachte man dann wieder an den Klassenlehrer Carl Lüken, der auch der Schulleiter war, und an die Lehrer Hermann Evers und Fritz Gersdorf. Aus der Schule entlassen wurde man damals nach Abschluss der neunten Klasse. Wer aber 14 Jahre alt war und eine Lehrstelle hatte, konnte die neunte Klasse auch abbrechen. Am Unterricht der neunten Klasse nahmen auch die Schüler der Schule Alexandersfeld teil. Nach 1954 wurde dann das neunte Schuljahr wieder abgeschafft.

Nach dem ausgiebigen Plausch über alte und neuere Zeiten ging es dann am frühen Abend wieder zurück nach Ofenerdiek – dann aber nicht im School Bus, sondern in einem modernen Reisebus.

Volksschule Ofenerdiek (Abgang 1964)

„Wie war doch gleich dein Name?“: Diese Frage wurde beim Treffen des Abgangsjahrgangs 1964 der Volksschule Ofenerdiek doch immer wieder gestellt. Die Mehrheit der 21 Teilnehmer erkannte sich aber schon gleich bei der Begrüßung wieder. Viele hatten nur einen kurzen Weg gehabt, andere reisten aus Herford, Berlin, Hameln und Bremervörde an.

Für die ehemaligen Schülerinnen und Schüler des Einschulungsjahrgangs 1955 war es das zweite Treffen nach der Schulentlassung vor 50 Jahren, und es kam erst nach mehrmaligem Anlauf zustande, berichten die drei Organisatoren Ursel Kaufmann, Marianne Kühn und Dietmar Bruschke. Es sei nicht einfach gewesen, nach so vielen Jahren die Adressen ausfindig zu machen, denn einige Klassenkameraden wohnen nicht mehr in Oldenburg, während andere Mitschülerinnen durch Heirat neue Namen angenommen hatten.

Weit mehr als 40 Kinder drückten damals gemeinsam die Schulbank, denn zwei Grundschulklassen waren zu Beginn der fünften Klasse zusammengelegt worden. Klassenlehrerinnen der ersten Grundschulklassen waren Lina Söhl aus Rastede und Frau Köhler (Vorname leider nicht mehr bekannt). „Aus heutiger Sicht haben wir die hohe Klassenfrequenz damals nicht als Nachteil empfunden, es muss aber wohl für die Lehrerinnen und Lehrer eine sehr anstrengende Situation gewesen sein“, sagen die Ehemaligen.

Im Restaurant Ambiente saßen sie über Stunden gemütlich zusammen und tauschten sich lebhaft ihre Erinnerungen über das Ende der Schulzeit und den Beginn der Lehrzeit aus. Besonders haften geblieben ist bei den Ehemaligen die Schulzeit unter dem damaligen Klassenlehrer Hermann Evers. Von der siebten Klasse (1962) an bis zum Ende der Schulzeit (1964) war Hermann Evers durchgängig der Klassenlehrer gewesen. In den Köpfen der meisten Ehemaligen genießt er auch heute noch höchstes Ansehen und prägend ist sein pragmatisches Handeln in positiver Erinnerung geblieben.

Leidenschaftlich war Evers’ Verhältnis zum Singen und zu den alten Volksliedern, schließlich leitete er auch über viele Jahre den örtlichen Gesangverein.

Einige Klassenkameraden erinnern sich, dass der Lehrer auch Kleintierhalter war und hin und wieder seine Schüler damit beauftragte, Futter für seine Stallhasen auf den umliegenden Wiesen beim Schwarzen Moor zu sammeln; ebenso regelmäßig ließ er sich von einem Schüler frische Hühnereier von einem benachbarten Bauernhof mitbringen.

Einen besonderen Stellenwert bei den Ehemaligen nimmt auch heute noch der über 50 Jahre zurückliegende mehrtägige Schulausflug in der neunten Klasse ein. Es ging damals nach Cochem an der Mosel. Viele kleine Ausflüge nach Trier, Idar Oberstein, an den Rhein oder in die Abtei Maria Laach in der Vulkaneifel schlossen sich diesem Schulausflug an. Der Besuch einer Weinkellerei an der Mosel mit Weinprobe sind bis heute haften geblieben. Ebenso in Erinnerung ist auch eine zerborstene Glastürscheibe in der Jugendherberge in Cochem, die das Jungen- vom Mädchenabteil abtrennte.

Ausgiebig und lebhaft wurden Erinnerungen über das Ende der Schulzeit und den Beginn der Lehrzeit ausgetauscht. Das Abschlusszeugnis, das am 13. März 1964 von dem Schulleiter Rudolf Birkelbach unterschrieben wurde, belegt die letzten Schultage in der Volksschule Ofenerdiek. Der Schulleiter Birkelbach (1963-1971) hatte gerade erst das Amt des Schulleiters von seinem Vorgänger Carl Lüken (1951-1963) übernommen.

Der 1. April 1964, der Start ins Berufsleben, fiel für die Schulabgänger auf einen Mittwoch. Nach Schilderung der ehemaligen Schülerinnen und Schüler gab es ein gutes Lehrstellenangebot und so trat man die Lehre als Bürokaufmann oder -frau an oder man bekam eine Lehrstelle in einem handwerklichen Beruf. Ein ehemaliger Schriftsetzerlehrling erinnert sich, dass wöchentlich gerade einmal 18 DM in der Lohntüte waren und sein Traum von einem Moped der Marke Kreidler Florett unerreichbar blieb.

In geselliger Runde pflegten die Ehemaligen bis um Mitternacht das gesellige Beisammensein im Restaurant „Ambiente” und die früheren Klassenkameradinnen und -kameraden sind mit dem festen Versprechen auseinander gegangen, die nächsten Treffen in kürzeren Abständen wiederholen zu wollen.

Realschule Ofenerdiek

Den Rhythmus ihrer Treffen wollen auch die Ehemaligen der Klassen 10 a und 10 b der Realschule Ofenerdiek vom Abgangsjahrgang 1979 (dem ersten der damals noch neuen Schule) verändern. Alle fünf Jahre gibt es ein Wiedersehen. Diesmal versammelte sich die Gruppe im „Mephisto“. Und die Stimmung war so gut, dass man sich künftig öfter treffen will.

Aus Erfurt und Hamburg und von der Insel Spiekeroog reisten Ehemalige zum Treffen an, bei dem viel über die aktuelle Lebenssituation der einzelnen geredet wurde, aber auch über die frühere Schulzeit. Mit Interesse wurde in alten Schülerzeitungen geblättert. Großes Gelächter gab es bei den Zitaten von Lehrersprüchen und beim Nachlesen der Einträge im Klassenbuch, zum Beispiel über Störenfriede im Unterricht. Das Treffen war rundum gelungen – eine Wiederholung folgt schon bald.

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Susanne Gloger Redakteurin / Redaktion Oldenburg
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