OFENERDIEK „Jetzt stehen einmal alle auf, die jemanden kannten, der gestorben ist“, forderte Carolin de Witt. Viele der rund 90 Viertklässler erhoben sich. Ein Zeichen dafür, wie wichtig die Arbeit der Besucherin ist. De Witt gehört zum pädagogischen Team des Vereins Trauerland und erzählte den Kindern in der Grundschule Ofenerdiek am Dienstag von ihrer Arbeit.

Trauerland bietet für Kinder und Jugendliche, die in ihrem Umfeld einen Menschen verloren haben, mehrere Gruppen an, in denen sie auf ihre Weise trauern können. Natürlich wird dabei geredet, aber es kann auch getobt, gespielt oder entspannt werden. „Bei uns wird auch sehr viel gelacht“, berichtete de Witt.

Denn Kinder verarbeiten ihre Trauer oft anders, als es Erwachsene tun. Dies sollen sie mit der Unterstützung der Trauerland-Mitarbeiter entdecken. Zudem sollen sie sich ablenken und erinnern können. Oftmals hätten Kinder das Gefühl, dass sie zu Hause nicht mehr über den Verstorbenen reden dürften, weil sie dadurch die anderen Verwandten zum Weinen brächten, so de Witt.

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Gern erzählte sie die Geschichte von dem kleinen Jungen, der sich beim Fußballspielen an seinen verstorbenen Vater erinnerte, weil die beiden das so gern gemeinsam getan hatten. Als kleines Beispiel für ihre Arbeit brachte de Witt zudem ein Kartenspiel mit, das es den Kindern durch einfache Fragen ermöglicht, einen Einstieg zu ihren so wichtigen Erinnerungen und zum Erzählen zu finden.

Die vielen Meldungen auf de Witts Fragen zeigten, wie oft die Schüler bereits mit dem schwierigen Thema Tod in Berührung gekommen sind. Dass der Umgang damit nicht immer leicht ist, bestätigte Schulleiter Eibe Ruth – auch aus Sicht der Lehrer. „Wir scheuen uns immer ein wenig davor, dieses Thema anzugehen“, gab er zu.

Darum war er besonders froh über den Vortrag de Witts. Diese gab den ausgesprochenen Dank sofort zurück, denn sie nutzte den Besuch zugleich, um eine großen Scheck abzuholen. Die Schüler hatte im vorigen Jahr bei einem Adventsbasar insgesamt 1228 Euro für den Verein Trauerland gesammelt.

Der Leitsatz „So wie der Tod zum Leben gehört, ist der Umgang mit dem Tod Teil unserer Lebensaufgabe“ beinhaltet ein wichtiges Grundverständnis von Trauerland – Zentrum für trauernde Kinder und Jugendliche.

In Oldenburg gibt es drei Trauer-Kindergruppen mit je 15 Kindern. Jede Gruppe trifft sich alle 14 Tage. Zudem gibt es einen offenen Jugendtreff im Monat.

Für die Bedürfnisse von Kindern und Erwachsenen hat Trauerland zwei unterschiedliche Auftritte im Internet

 @ Für Kinder unter http://kindertrauerland.org  @ Für Erwachsene unter http://www.trauerland.org

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Patrick Buck stv. Redaktionsleiter / Redaktion Oldenburg
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