OFENERDIEK Durch die Aula der Grundschule Ofenerdiek hallen Kinderstimmen. Die Schüler drängen sich an Bastelstationen. Einige füllen Sand in Luftballons, machen sich daraus kleine Wutsäckchen zum Knautschen. An einem anderen Tisch kleben zwei Mädchen Fotos auf Kartonpapier – kleine Erinnerungen an das, was sie in den vergangenen acht Wochen erlebt und gelernt haben.

Wie geht man gut mit sich selbst und anderen um, wie zeigt man Gefühle oder seinen Mitschülern die Grenzen? Wie kommt man miteinander aus, ohne zu schreien oder zu schlagen? Acht Wochen lang waren zwei Referentinnen von der Evangelischen Familienbildungsstätte an jedem Donnerstagmorgen in der Schule zu Gast, um den Kindern diese wichtigen Themen mit kindgerechten Methoden und Spielen näher zu bringen.

„Handwerkszeug für Kinder“ heißt das Präventionskonzept, das die Familien-Bildungsstätten in Niedersachsen vor wenigen Jahren entwickelt haben und das jetzt auch in Oldenburg etabliert wird. Am Donnerstag ging der Kurs in Ofenerdiek zu Ende.

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Spielerische Prügelei

An große Tafeln haben die Schüler Zettel geklebt und darauf geschrieben, was ihnen besonders gut gefallen hat: die „Flussüberquerung“ bei der sie nur gemeinsam einen imaginären Fluss durchschreiten konnten, das „Robin-Hood-Spiel“, bei dem sie sich als „Robin“ und „Little John“ spielerisch prügeln und nach neuen Lösungsstrategien suchen durften oder die „Fantasiereise“ mit geschlossenen Augen.

„Wir haben uns für das Handwerkszeug entschieden, weil wir im neuen Schuljahr gleich mehrere neue Kinder in diese dritte Klasse aufnehmen mussten“, sagt Klassenlehrerin Christine Zauke. „Unsere Erwartung war, dass sich die Kinder so leichter zu einer Gemeinschaft zusammen finden.“ Die Erwartungen haben sich durchaus erfüllt: „Sicherlich verändern Kinder ihr Verhalten nicht sofort. Sie haben hier aber viele gute Verhaltensweisen kennengelernt, auf die wir uns im Unterricht beziehen können und die sie im Laufe der Zeit sicher in ihr Repertoire aufnehmen werden.“ Eines würde Zauke beim nächsten Mal aber anders machen: „Ich würde mit dem Programm bereits in der zweiten Klasse starten.“

Doch es geht nicht allein um die Schüler. Das Konzept soll auch die Lehrer unterstützen, sagt Christine Jurr, eine der beiden Kursleiterinnen. „Während eines solchen Kurses können die Lehrer ihre Klasse relativ entspannt von außen betrachten und die Situationen besser analysieren, als wenn sie direkt involviert wären.“ Zudem zeige der Kurs neue Methoden oder Hilfsmittel, mit denen man in bestimmten Situationen auf die Schüler zugehen kann.

Finanzierung offen

„Zwar ist der Erfolg nicht sofort oder direkt messbar“, sagt Schulleiter Eibe Ruth. „Doch sehen wir ganz deutlich, dass das, was hier gemacht wird, bereits ins Kollegium ausstrahlt.“ In den nächsten Tagen soll in einer Konferenz besprochen werden, wie das „Handwerkszeug“ an der Schule weitergeführt werden kann. Einen Wermutstropfen gibt es für Ruth auf jeden Fall: die Finanzierung, denn der Kurs kostet 1350 Euro pro Klasse. Ob Eltern die Schule unterstützen, der Schul-Förderverein oder ob sich Sponsoren finden, ist noch völlig offen.

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