Wechloy Soziales Engagement: Dieses Thema wird in der zwölften Jahrgangsstufe der Berufsbildenden Schulen (BBS) Wechloy nicht nur theoretisch behandelt, sondern auch praktisch. „In einem Projekt, das wir selber auf die Beine stellen müssen. Ohne einen betreuenden Lehrer“, erklärt Heiko Kösters aus der Klasse 12 B der Fachoberschule Verwaltung und Rechtspflege (mit Schwerpunkt Polizeivollzugsdienst). Er und seine Mitschülerinnen Deike Beckmann, Mia Widhölzl, Saskia Glanzer und Adriana Wojtke wollten etwas für die Flüchtlinge tun, die in Oldenburg untergebracht sind. Gleiches hatte auch die Parallelklasse, die 12 A, vor.

Die jungen Leute packten es an – auf ganz unterschiedliche Weise. Die Gruppe aus der Klasse 12B sammelte am Freitag in der BBS sehr erfolgreich Winterkleidung und Spielzeug für die Flüchtlinge. Auch Geldspenden wurden gern angenommen. Ebenso wanderte der Erlös aus dem Verkauf von Kaffee und Kuchen in den Spendentopf.

Die Projektgruppe der Klasse 12 A ließ den Fußball rollen. Rasant ging es am Sonntag in der Sporthalle der BBS Wechloy zu. Teams vom Türkischen SV, FC Ohmstede, SV Ofenerdiek und TuS Bloherfelde traten gegen drei Mannschaften mit insgesamt 35 Flüchtlingen (vorrangig aus der Unterkunft auf dem Fliegerhorst) an. Seit Mitte November hatten Marcella Meenken, Lara Steenblock, Fatima Alou, Aiche Alhassan, Lukas von Lienen und Dana Terfehr an der Planung gefeilt. Da es das erste Fußballturnier war, das die Sechs organisierten, holten sie sich Tipps bei Theo Mühlena vom FC Ohm-stede.

Der begrüßte am Sonntag zusammen mit Lukas von Lienen die Fußballmannschaften und erklärte, warum dieses Turnier so wichtig sei. Es sei eine Herzensangelegenheit, den Menschen, die einen weiten und schweren Weg hinter sich hätten, eine Willkommenskultur bieten zu können. Sport sei dabei ein gutes und wichtiges Medium, denn es verbinde und integriere Menschen, egal welche Sprache sie sprächen und welcher Herkunft sie seien.

Es gab spannende Begegnungen, faire Spiele und viele Tore. Am Ende gewann der TuS Bloherfelde vor dem Türkischen SV und dem SV Ofenerdiek. Doch das war nicht das Wichtigste. „Es geht darum, dass die Jungs hier Spaß haben, das ist es, was im Vordergrund steht“, erklärte Erdal Sarigül, der die beiden Gruppen des Türkischen SV begleitete. Von überall hörte man eine positive Resonanz. Sozialbetreuer Mubarak Fahiye, der zwei Flüchtlingsteams begleitet und trainiert, erzählt, dass sein Team ein großes Interesse zeigt und die Mitglieder schon gefragt haben, ob man so ein Turnier nicht wöchentlich oder monatlich organisieren könne.

„Die Resonanz an Zuschauern hätte besser sein können. Es ging um den Spaß. Und wir sind froh, einen solchen Tag als Abwechslung organisiert zu haben“, bilanziert Marcella Meenken.

Nun müssen die beiden Gruppen noch jeweils eine 20-seitige Facharbeit über ihr Projekt schreiben. „Wir hoffen auf eine gute Note“, sagt Marcella Meenken. Schließlich geht es ja ums Abitur. Die Zeugnisse gibt’s im Juni.

Susanne Gloger Redakteurin / Redaktion Oldenburg
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