Oldenburg Im Kindergarten St. Bonifatius freut man sich auf den Dienstag, dann ist Babytag. Zunächst toben die Kinder, anschließend sitzen alle entspannt im Stuhlkreis – und es kommt eine Mutter mit einem Baby. Eine halbe Stunde bleiben die beiden.

An diesem Dienstag kommen Nadine Brinkmann und Söhnchen Friedrich, ein Jahr alt. Beide sitzen in der Mitte. Friedrich freut sich über einen orangen Ball und strahlt in die Runde der Kinder. Mama und Baby sitzen einfach da.

„Es wird kein pädagogisches Konzept abgespult, kein „Entertainment“ läuft“, erklärt Kinder- und Jugendpsychotherapeutin Gudrun Sahlender-Wulf die Begegnung zwischen Jungen und Mädchen und dem Baby. „Die Kinder können einfach nur die Begegnung zwischen Mutter und Kind wahrnehmen.“ Fragen werden von den Erzieherinnen beantwortet.

In Oldenburg und umzu gibt es bereits vier Kindergärten, die dieses Modell praktizieren. Wie Gudrun Sahlender-Wulf erläutert, lauschen alle Kinder ganz gespannt den Äußerungen des Babys. Auch verhaltensauffällige Kinder beruhigten sich.

Der Aggressionspegel in diesen Einrichtungen sei signifikant gesunken, berichten die Erzieherinnen. Nach Auskunft von Gudrun Sahlender-Wulf gibt es für dieses Resonanzphänomen eine wissenschaftliche Erklärung. „Seit etwa zehn Jahren weiß man um die Existenz der Spiegelneuronen im Gehirn. Ein weit verzweigtes Nervenzellensystem löst beim Beobachtenden spiegelbildlich die Gefühle oder körperlichen Zustände des anderen aus.“ Vereinfacht gesprochen: Kinder, die selbst keine tiefe Bindung an ihre Mutter entwickeln konnten, können durch das Beobachten des liebevollen Umgangs zwischen Baby und Mutter „nachreifen“.

Aus Sicht des Mediziners Dr. Eckhard Schiffer fördert die Baby-Begegnung die soziale Gesundheit der Kinder. Er begleitet die ökumenische Initiative Oldenburger Institutionen, wie etwa der Ev. Familien-Bildungsstätte. Die Oldenburgische Bürgerstiftung unterstützt das Projekt.

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Sabine Schicke stv. Redaktionsleitung / Redaktion Oldenburg
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