Oldenburg Stundenlanges Recherchieren in verstaubten Archiven, aufwendiges Suchen nach Zeitzeugen, lange Nachmittage am Computer – die meisten Schüler können sich wohl ein aufregenderes Programm abseits des Unterrichts vorstellen. Doch an der Cäcilienschule gibt es zehn Mädchen, die mit Ehrgeiz und Spaß als Nachwuchs-Historikerinnen bei der Sache sind: Anna Arends, Lilli Maria Cohrs, Kira Frankenberg, Wiebke Gärtner, Hilde Gerold, Pauline Reiß, Katharina Ritzenhoff, Sophia Schommartz, Alena Wittstock und Theresa Wunderlich haben sich in der Arbeitsgemeinschaft „Schulgeschichte“ am Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten und der renommierten Körber-Stiftung beteiligt – mit großem Erfolg: Unter 200 eingereichten Beiträgen wurden die mittlerweile in die Oberstufe gewechselten Schülerinnen als Landessieger ausgezeichnet. „Ein großartiger Erfolg“, freut sich AG-Leiterin Ina Maria Goldbach.

Die Urkunden und ein Preisgeld in Höhe von 250 Euro nahmen die Schülerinnen jetzt im Niedersächsischen Landtag entgegen. Landtagspräsident Bernd Busemann und Anja Paehlke, Vorstandsmitglied der Körber-Stiftung, gratulierten. Unter dem Wettbewerbsmotto „Anders sein – Außenseiter in der Geschichte“ haben die Mädchen die eigene Schulhistorie erforscht. Ihr Augenmerk galt der Situation im September 1945, als die Cäcilienschule nach dem Zweiten Weltkrieg wiedereröffnet wurde.

Sie untersuchten im Zeitraum bis Ende der 50er Jahre, wie mit Flüchtlingskindern umgegangen wurde, ob sie herzlich empfangen oder zu Außenseitern gemacht wurden. Sie nahmen Kontakt zu ehemaligen Schülerinnen auf, forschten im Staatsarchiv und in Schulakten. „Die Mädchen sind einfach toll. Sie brauchen dieses Zusatzfutter zum normalen Lernpensum“, lobt Goldbach. Die AG fand heraus, dass sich die Kinder damals untereinander rasch akzeptierten. Die Solidarität mit Geflüchteten an der Cäcilienschule sei nach dem Krieg groß gewesen. Hier sehen die Schülerinnen einen Unterschied zur heutigen Zeit. Aus ihrer Sicht ist die Bereitschaft, Flüchtlinge willkommen zu heißen und aufzunehmen, gesunken.

Einwilligung und Werberichtlinie

Ja, ich möchte den täglichen NWZonline-Newsletter erhalten. Meine E-Mailadresse wird ausschließlich für den Versand des Newsletters verwendet. Ich kann diese Einwilligung jederzeit widerrufen, indem ich mich vom Newsletter abmelde (Hinweise zur Abmeldung sind in jeder E-Mail enthalten). Nähere Informationen zur Verarbeitung meiner Daten finde ich in der Datenschutzerklärung, die ich zur Kenntnis genommen habe.

Die Würdigung mit dem Landespreis markiert für die beteiligten Mädchen den Abschluss einer mehrjährigen Arbeit an verschiedenen Themen zur Geschichte der Cäcilienschule. Das zunächst vor drei Jahren als Projekt zum „Erinnerungsgang“ gestartete Engagement ging im Februar 2014 in eine AG über. Daraus entstanden ist das im Januar dieses Jahres an der Cäcilienschule enthüllte Mahnmal, das an jüdische Schülerinnen erinnert.

Die Bundespreisverleihung im Geschichtswettbewerb findet am Dienstag, 17. November, im Schloss Bellevue in Berlin statt. Ob die Cäcilienschülerinnen dabei sind, erfährt Tutorin Ina Maria Goldbach Ende Oktober.

Mit ihrem Preisgeld wollen die Mädchen übrigens die Oldenburger „Tafel“ unterstützen. „Nächste Woche sollen dringend benötigte Lebensmittel eingekauft werden“, berichtet Ina Maria Goldbach.

Oldenburger Schulen
Profile aller weiterbildenden Schulen in Oldenburg. Welche Schule passt am Besten?

Stephan Onnen Redakteur / Redaktion Oldenburg
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.