Oldenburg Mit 15 Jahren segelnd über den Ozean, von Hamburg nach Teneriffa, Martinique, Grenada, Panama, Kuba, die Bahamas: Für die Oldenburgerin Hannah Forch geht gerade ein Traum in Erfüllung.

Gepackt hat das Fernweh die Cäcilienschülerin schon mit Zwölf: durch einen Bericht in der NWZ  über das „Segelnde Klassenzimmer“. Hannah hat den Traum nicht aufgegeben – und jetzt ist sie dabei: Mit 25 Schülern auf dem Großsegler „Johann Smidt“ überquert sie den Atlantik, trotzt den Stürmen, entdeckt ferne Länder und lernt Menschen am anderen Ende der Welt kennen. Das ist die Idee der „High Seas High School“, dem „segelnden Klassenzimmer“. Hannah schreibt in dem öffentlichen Fahrten-Blog: „Bisher bin ich schon ein paar mal Jolle gesegelt. Auf einem Großsegler war ich beim Probetörn zum ersten Mal – und fand es mega cool.“ Seitdem sie davon in der Zeitung gelesen hatte, wollte sie „selbst Teil der Crew sein, jetzt freue ich mich riesig dabei zu sein“.

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Jedes Jahr im Herbst starten bis zu 28 Schülerinnen und Schüler der 10. Klasse aus ganz Deutschland diese abenteuerliche Segelreise über den Atlantik, organisiert über die Hermann-Lietz-Schule Spiekeroog, von der diesmal vier Schüler an Bord sind. Fast sieben Monate sind sie auf dem traditionellen Toppsegelschoner unterwegs. An Bord unterrichten vier Lehrer nach gymnasialem Lehrplan. Aber auch neben dem Unterricht kann sich keiner zur Ruhe setzen: Segelsetzen, steuern, das Wetter lesen, die Gezeiten verstehen, navigieren: Alles übernehmen die Schüler nach einiger Zeit selbst, bei Tag und Nacht, bei Wind und Wetter.

In Mittelamerika gehen sie jetzt gerade für vier Wochen an Land, sie leben in Gastfamilien, lernen Spanisch vor Ort, arbeiten auf einer Finca bei der Kaffee- und Zuckerrohrernte, erkunden den Regenwald und lernen Tauchen.

Bewerben für die „High Seas High School“ 2017/2018

In ihrem Blog berichten sie von Walen, Delfinen, Schildkröten, gefangenen Fischen, Bordroutine, Schulunterricht, das Arbeiten in der Rah, Nachtwachen mit Sternschnuppen, Kopfsprünge vom Klüverbaum, die Besteigung des Teide, Grenada und Duschen an Deck. Martinique war für die Crew die erste Berührung mit der Karibik: Temperaturen um die 30 Grad, Sonne, Palmen, türkisfarbenes Wasser, Kanutour. Allerdings wird hier auch ihre Lehrerin ausgeraubt.

Auf dem Weg nach Grenada musste die „Johann Smidt“ einen in Seenot geratenen Kleintanker aufnehmen und nach St. Vincent schleppen. In Grenadas „True Blue Bay“ gehen die Schüler vor Anker, ein herrliches Revier, um ihren Tauchschein zu machen. Vater Peter Forch sagt: „Das alles ist Teil des pädagogischen Konzepts, das die Teenager die Natur hautnah erfahren lassen will.“ Referate, die die Schüler schon zu Hause vorbereiten haben, ergänzen das Programm durch theoretisches Wissen.

Manches klingt nach Traumurlaub, aber der Alltag ist von straffer Routine und Disziplin geprägt: Rund um die Uhr zweimal vier Stunden Wache am Tag, auch in den Häfen, Unterricht, Küchendienst und Putzen gehören zum permanenten Bordalltag. Privatsphäre gibt es in den engen Kajüten mit bis zu zwölf Kojen eher nicht. Zurzeit ist das Wasser rationiert, weil es Probleme mit der Wasseraufbereitung gibt. Das heißt: Duschen mit Meerwasser. Aber all das ficht die Schüler nicht an. Eine Lehrerin schreibt: „Das Leben auf dem Segelschiff eröffnet nicht nur zahlreiche neue Welten und Kulturen, sondern lässt uns auch ungeahnte Energien und Fähigkeiten entdecken.“ Hannahs Vater sagt: „Diese Erlebnisse machen die Schüler noch klarer und fester, sie öffnen den Horizont und machen Mut auf die Welt.“

Am 6. Mai kehrt die „Johann Smidt“ zurück. Bewerben für den nächsten Törn (Start am 11. Oktober) muss man sich bis zum 31. März. Im Internet steht das Bewerbungsformular zum Download zur Verfügung.

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Karsten Röhr Redakteur / Redaktion Oldenburg
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