Wüsting Dass auf den Landtagen Nord der direkte Dialog zwischen Landwirten und den Kunden gesucht wird, ist nichts Neues. Erstmals gab es aber in diesem Jahr das Agravis-Nutztier-Forum, bei dem die zahlreichen Zuhörer Expertenwissen für die Praxis bekommen konnten. Umweltschutz und die Erschließung neuer Märkte durch das Wissen um gesellschaftliche Entwicklungen und Nutzen der Digitalisierung standen dabei besonders im Fokus.

Dr. Stephan Scheider vom Institut für Tierernährung und Futterwirtschaft in Grub und Prof. Nick Lin-Hi, Inhaber der Professur für Wirtschaft und Ethik an der Universität Vechta, referierten zu aktuellen Themen aus der Landwirtschaft. „Die Landwirtschaft muss Fakten schaffen und den Menschen zeigen, dass gute und ehrliche Arbeit geleistet wird. Auf die aktuellen Entwicklungen sollte man besser heute als morgen reagieren“, sagte Bernhard Walgern, Geschäftsführer des Mischfutter-Unternehmens Agravis, der die Veranstaltung moderierte.

Lesen Sie auch:
Winterliche Mode auf heißem Laufsteg
Abschluss Der Landtage Nord
Winterliche Mode auf heißem Laufsteg

Im Publikum saßen vornehmlich jüngere Landwirtinnen und Landwirte, die sich von den Vorträgen neue Erkenntnisse für ihre Arbeit erhofften. Inhaltlich wurde dann auch einiges geboten.

Bei Schneider stand zunächst die Frage im Raum, wie Landwirte den Ausstoß an Ammoniak reduzieren können. Dies sei notwendig, weil sich die Düngegesetzgebung verschärft habe. Ammoniak entsteht, wenn abgestorbene Pflanzen und tierische Exkremente, die zur Düngung eingesetzt werden oder in der Tierhaltung vorkommen, sich zersetzen. Das Resultat davon können saure Böden und überdüngte Seen sein.

Deshalb zeigte Schneider den Zuhörern einige Lösungsansätze auf, wie sich die Ammoniakemissionen in der Praxis – von der Haltung über die Fütterung bis zur Ausbringung – reduzieren lässt.

In seinem anschließenden Vortrag versuchte Lin-Hi den Landwirten Mut zu machen. „Der gesellschaftliche Wandel bietet für die Agrarindustrie aktuell die größten Möglichkeiten der letzten 200 Jahre“, betonte er. Die Landwirte müssten neue Geschäftsfelder erschließen, um ihre Betriebe zukunftstauglich zu machen.

„Mein Tipp ist: ,Ernährung mit Sinn’. Denn die Kunden möchten mit ihrer Nahrung zu einer besseren Welt beitragen“, erklärte der Professor. Er empfahl den Landwirten, sich mit individuellen Produkten auf dem Markt zu profilieren. Ein entscheidendes Hilfsmittel dabei sei die Digitalisierung, die neue Vermarktungsmethoden ermögliche. Als Beispiel nannte er das Unternehmen „Meine kleine Farm“, das Fleisch von individuellen Tieren anbiete, deren artgerechte Haltung transparent im Internet gezeigt wird.

Auftrag der Politik sei es, dafür zu sorgen, dass moderne Internetnetze auch auf dem Land erschlossen werden: „Es ist eine drastische Fehleinschätzung, dass man nicht an jeder Milchkanne über 5 G verfügen muss.“

Arne Jürgens Volontär, 3. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.