Winkelsett Mehr als drei Stunden, bis nach 22 Uhr, saßen die Mitglieder des Winkelsetter Gemeinderates und zahlreiche Anwohner des Windparks in Spradau am Dienstagabend im Hotel zur Wasserburg zusammen. Auf der Tagesordnung standen Beratungen über eine Bebauungsplanänderung, die es den Windpark-Betreibern ermöglich soll, zusätzlich zu den sechs bestehenden Windkraftanlagen eine siebte westlich von den bestehenden Anlagen zu bauen.

Am Ende stand gegen die Stimmen der beiden Grünen Ratsherren Michael Müller-Hjortskov und Andreas Mikutta die Entscheidung, den Bebauungsplanentwurf in die öffentliche Auslegung zu geben.

Vier Wochen lang soll der Plan dann im Amtshof in Harpstedt ausliegen und neben Behörden und Institutionen haben dann auch die Anlieger erneut Gelegenheit, sich die Pläne genau anzusehen und ihre Einwände zu formulieren – was sie auch am Dienstagabend schon ausführlich taten. Während der Bürgerfragestunde, einer Sitzungsunterbrechung und per Zwischenruf machten mehrere Anwohner deutlich, dass sie sich bereits jetzt durch den von den Anlagen erzeugten Schall stark beeinträchtigt fühlen.

Dem anwesenden Gutachter Hermann Remmers vom Institut für angewandte und technische Physik wurde vorgeworfen, bei Messungen einseitig zu Gunsten der Betreiber gearbeitet zu haben – was dieser energisch zurückwies. Der von den Anlagen erzeugte Schall, der bei den umliegenden Wohnhäusern ankomme, übersteige nicht die zulässigen Werte von 45 Dezibel in der Nacht.

Remmers erläuterte auch, dass es technisch extrem aufwendig bis unmöglich sei, bei Messungen an den Häusern der Anlieger den Schall, der von den Windenergieanlagen erzeugt werde, von anderen Geräuschquellen zu trennen. Nach dem Stand der Technik werde der Schall in der Nähe der Anlagen gemessen – die Belastung in größerer Entfernung werde dann rechnerisch ermittelt.

Dennoch wollte der Rat dem Vorschlag von Frank Nienaber folgen, der sich eine Messung der Schallbelastung über einen längeren Zeitraum wünschte. Die Möglichkeit, eine solche Messung zu organisieren, soll jetzt mit den Betreibern der Anlage erörtert werden.

Auch von dem zwischen dem Planungsbüro Pk Plankontor aus Oldenburg und dem Landkreis ausgehandelten Vorschlag, Ausgleichsmaßnahmen für die zusätzliche Störung des Landschaftsbildes 3,5 Kilometer entfernt auf dem Gebiet der Gemeinde Beckeln umzusetzen, waren mehrere Ratsmitglieder nicht begeistert.

Und auch um dass Erscheinungsbild der Anlagen selbst sorgt sich der Rat. Zwar legt der Bebauungsplan Größe und Leistung der Anlagen auf das Format der bereits bestehenden Windräder fest, die Gemeinde hat aber keinen Einfluss auf die Farbe der Flügelspitzen. Ob diese weiß bleiben dürfen oder rot markiert werden müssen, lege die Flugsicherung im Genehmigungsverfahren fest, erläuterte Franziska Lüders von Plankontor.

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Eher am Rande spielten die Gefahren für die Tier- insbesondere die Vogelwelt eine Rolle – ein mögliches Vorkommen des Schwarzstorches, im bisherigen Verfahren einer der Hauptknackpunkte, spielte am Dienstag kaum eine Rolle.

Das galt im übrigen auch für das Abwahlverfahren gegen Bürgermeister Willi Beneke, das in der Vorwoche gescheitert war. Die entsprechende Forderung der Grünen nach seiner Verurteilung nach dem Tierschutzgesetz spielte keine Rolle mehr.

Christian Quapp Redakteur / Redaktion Westerstede
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