Wildeshausen Die Stadt Wildeshausen ist bereit, die Stiftung Johanneum bei der Modernisierung und Umstrukturierung des heimischen Krankenhauses finanziell zu unterstützen. Einstimmig empfahl der Finanzausschuss am Donnerstagabend, die Verwaltung zu beauftragen, im Zuge der Haushaltsberatungen 2020 eine gemeinsame Linie mit dem Landkreis Oldenburg zu finden. Er soll ebenfalls einen Zuschuss gewähren.

Sprecher aller Fraktionen würdigten in der Ausschusssitzung den Gesundheitsstandort Wildeshausen. „Wir können froh sein, dass wir so ein Krankenhaus haben“, sagte Stephan Rollié (CDW). Sein Fraktionskollege Jens-Peter Hennken meinte, um den Standort zu sichern, gebe es keine Alternative zum Ausbau. „Das Krankenhaus ist uns viel wert“, sagte Rainer Kolloge (UWG), der auf die hohe Zufriedenheit der Patienten hinwies. Manfred Rebensburg (Grüne) erklärte, der Kreis beteilige sich über die Krankenhausumlage bereits seit Jahren an den Investitionskosten für die Klinik.

Johanneum-Verwaltungsdirektor Hubert Bartelt erläuterte den Ausschussmitgliedern das Projekt mit einem Kostenvolumen von 37,8 Millionen Euro. Davon zahlt das Land Niedersachsen 29,5 Mio. Euro. Um die Deckungslücke zu schließen, wolle die Stiftung einen Kredit von 2,8 Mio. Euro aufnehmen. 5,5 Mio. Euro sollten Landkreis und Stadt Wildeshausen als Zuschuss bezahlen. Das entspreche einer Förderung wie sie andernorts – etwa im Kreis Cloppenburg für den Umbau des St.-Marien-Hospitals in Friesoythe – üblich sei, meinte Bartelt. Auch die Beschäftigten, die noch vor Jahren auf ihr Weihnachtsgeld verzichtet hätten, würden auf ein entsprechende Signal warten. Es gebe bereits eine Unruhe im Haus, so der Verwaltungsdirektor, weil sich viele Mitarbeiter fragen würden, wie die Lücke von 8,3 Mio. Euro geschlossen werden solle.

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Rainer Kolloge hakte nach, ob die Stiftung entsprechende Rücklagen gebildet habe. Das verneinte Bartelt. Es würden sogar schon Vorauszahlungen vor 2020 geleistet. Während die laufenden Betriebskosten von den Kostenträgern, also den Kassen, übernommen würden, falle der Zuschuss für die Krankenhaustechnik im Volumen von rund 300 000 Euro relativ gering aus.

„Wir können stolz auf diese Einrichtung sein“, warb auch Bürgermeister Jens Kuraschinski für die Unterstützung des Krankenhauses bei den Ausbauplänen. Der innovative Betrieb würde viele Fachkräfte binden. Kuraschinski wies aber darauf hin, dass die Stadt mit der Modernisierung des Bades, dem Bau einer Entlastungsstraße und dem Industriegebiet West zahlreiche Großprojekte finanzieren müsste. Schon jetzt gehe er von einer Neuverschuldung von 14 bis 15 Mio. Euro aus. Im Gespräch mit dem Kreis müsse daher ausgelotet werden, was die Stadt im Haushalt überhaupt abbilden könne. Der von Kuraschinski formulierten Beschlussempfehlung stimmten letztlich fast alle Ausschussmitglieder zu.

Stefan Idel Redakteur / Landespolitischer Korrespondent
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