Wildeshausen Bewölkt, die Lufttemperatur um 13 Grad und leichter Wind: Die äußeren Bedingungen für den Start in die Freibadsaison waren am Donnerstag alles andere als optimal. Dennoch standen bereits zur Eröffnung um 6.30 Uhr die ersten Frühschwimmer vor dem Wildeshauser Krandelbad, verriet Betriebsleiter Marcel Buller. Und schon am Vortag hätten Kunden auf Einlass gehofft. Mit einem Kopfsprung ins 22,5 Grad warme Wasser eröffneten Bürgermeister Jens Kuraschinski, Bad-Mitarbeiter Dennis Poppe und Stammgast Jürgen Strahlberger offiziell die neue Saison.

Ersatzteil fehlt

Der Start musste um einen Tag verschoben werden, weil zunächst noch ein Ersatzteil für die Chlorgasanlage eingebaut werden musste. „Das hatten wir noch auf Lager“, sagte Buller. Ein gleiches Ersatzteil müsse zudem noch in der Mess- und Regelanlage am Springerbecken eingebaut werden. Darum könne das Springerbecken erst in 14 Tagen freigegeben werden. „Ich bin froh, dass die 40 bis 50 Jahre alte Technik überhaupt noch ihren Dienst tut“, ergänzte der Bürgermeister.

Öffnungszeiten und Preise

Geöffnet ist das Wildeshauser Freibad, Am Krandel 15, montags bis freitags von 6.30 bis 20 Uhr sowie samstags und sonntags zwischen 9 und 18 Uhr.

Die Eintrittspreise bleiben stabil: Kinder (sechs bis 15 Jahre) zahlen zwei Euro, für Erwachsene kostet der Eintritt 3,50 Euro. Buller zufolge zahlen auch Schüler und Studenten künftig nur 2 Euro Eintritt, wenn sie einen entsprechenden Nachweis vorlegen. Eine Zehnerkarte für Kinder und Jugendliche kostet 18 Euro, für Erwachsene 32 Euro. Zudem gibt es Wertkarten im Wert von 100, 200 und 400 Euro. Damit sind bis zu 30 Prozent Ermäßigung möglich.

Während die Stadt in diesem Frühjahr noch einmal das Schwimmerbecken fit gemacht hat, etwa mit der Erneuerung von rund 300 Fliesen, verzichtete sie auf die Instandsetzung des Nichtschwimmerbereichs. Das Areal ist mit einem Bauzaun und grauen Planen abgesperrt. Die Sanierung des Nichtschwimmerbereichs sei mit Blick auf den positiven Förderbescheid zur Sanierung des Freibades nicht vertretbar, hieß es bereits vor vier Wochen im Stadthaus.

Gleichwohl können Nichtschwimmer und Kinder in Wildeshausen baden. Wie Buller erläuterte, steht das 27 Grad warme Hallenbad parallel zur Verfügung. Zudem will das Badteam die für den Zeitraum vom 8. bis 26. Juli geplante Revisionsphase splitten. Nichtschwimmern sollte stets ein Becken im Hallenbad angeboten werden.

Parallel arbeitet die Verwaltung mit Hochdruck an der Realisierung der geplanten Modernisierung des Freibades. Der Bund bezuschusst das Projekt mit 2,4 Millionen Euro. Das sind 45 Prozent der von der Stadt kalkulierten Kosten von 5,4 Mio. Euro. Allerdings sind die 2,4 Mio. Euro noch nicht auf dem Konto der Stadt. Kuraschinski zufolge werden Baudezernent Manfred Meyer und Fachbereichsleiter Hans Ufferfilge kommende Woche Abstimmungsgespräche in Berlin führen. „Danach erwarten wir den Förderbescheid.“ Im Anschluss soll in den Gremien besprochen werden, ob die Stadt – wie beim Hallenbad – einen Generalplaner für das Projekt einsetzen wird. Bei der Frage nach dem Baustart hielt sich Kuraschinski weitgehend bedeckt: „Es wäre traumhaft, wenn wir noch in diesem Jahr beginnen können.“

50-Meter-Bahn bleibt

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Der Sanierungsplan sieht neben einer neuen Technik den Umbau des Nichtschwimmerbeckens vor. Das Schwimmerbecken bleibt mit Blick auf die Arbeit von Schwimmverein und DLRG als 50-Meter-Bahn erhalten. Das Nichtschwimmerbecken soll von der Größe her halbiert werden. Dazu ist ein Planschbecken vorgesehen. Zudem soll es draußen einen Spielplatz, Umkleidekabinen, Duschen und Sitzmöbel geben. Im Springerbecken soll eventuell eine Kletterwand eingebaut werden.

Zuversichtlich für die aktuelle Freibadsaison zeigt sich Betriebsleiter Buller: „Im Vorjahr haben wir erstmals die 100 000er-Marke geknackt.“ Insgesamt passierten 103 000 Gäste die Drehkreuze, darunter 50 600 während der Freibadsaison. Sollte das Wetter ebenso gut ausfallen, könnte eine vergleichbare Zahl erreicht werden. Das Freibad sei bis Mitte September geöffnet – bei gutem Wetter eventuell sogar länger.

Stefan Idel Redakteur / Landespolitischer Korrespondent
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