Wildeshausen Einweg-Plastikprodukte wie Besteck, Teller, Schüsseln, Strohhalme oder Wattestäbchen sollen bald der Vergangenheit angehören. So will es die EU-Kommission in Brüssel. Der Grund: Bis zu 140 Millionen Tonnen Plastikmüll treiben offiziellen Angaben zufolge derzeit in den Weltmeeren. Ein geringerer Verbrauch von Einmal-Plastikprodukten, würde die Umwelt entlasten. Auch in Wildeshausen könnte der Plastik-Verbrauch reduziert werden. Würden Supermärkte Plastikbesteck aus dem Sortiment nehmen? Wie steht es mit den Plastikbechern und -löffeln in der Eisdiele? Die NWZ hörte sich bei einigen Betrieben um.

Für Stefano Bianchi, Inhaber der Eisdiele „Gelateria Italia“ an der Westerstraße ist das Geschäft ganz ohne Plastik unvorstellbar. „Gerade beim Außer-Haus-Verkauf sind wir auf Plastik und Styropor angewiesen. Ohne die würden uns viele Kunden verloren gehen“, erklärt er. Oliver Einemann, Marktleiter des Edeka Centers Wildeshausen, kann sich durchaus vorstellen, die umweltbelastenden Plastikprodukte aus dem Sortiment zu nehmen. „Plastikbesteck, -geschirr und Strohhalme, werden nicht mehr so viel nachgefragt“, sagt er. Die Reduzierung von Plastikmüll halte er für eine gute Idee. Plastiktüten hätte es in seinem Geschäft schon immer nur gegen Geld gegeben. Eine Idee zur Verbesserung der Situation hat der Marktleiter auch: „Ich habe darüber nachgedacht, ob man, ähnlich wie bei Getränkeflaschen, mit Mehrwegverpackungen arbeiten könnte. Das würde aber sicherlich ganz schön teuer werden“, ahnt Einemann.

Solche Probleme hat Thomas Harms, Vorsitzender des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) Ortsvereins Wildeshausen/Dötlingen „Gott sei dank“ nicht. „Die DRK-Küche benutzt keine Einmal-Plastikprodukte, dafür bin ich sehr dankbar“, erklärt Harms.

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Kampf gegen Plastikmüll

Eine EU-Kommission will Plastikgeschirr, -besteck, Strohhalme, Wattestäbchen und andere Einmal-Produkte verbieten.

Damit soll die Umweltverschmutzung bekämpft werden.

Dem Vorschlag der Kommission muss erst eine Mehrzahl der Mitgliedsstaaten zustimmen.

Wie wichtig Plastik geworden ist, zeigen auch die Erfahrungen von Christel Thale. Sie leitet gemeinsam mit ihrem Mann Clemens die Fleischerei Thale in der Westerstraße. „Früher hat es ohne Plastik funktioniert. Da haben wir das Fleisch in Papier gepackt“, sagt sie. Heute gebe es allerdings viel strengere Hygienevorschriften. „Einige Kunden kommen zwar mit eigenen Behältern, in die dann die Ware kommt. Das ist aber eher selten“, sagt sie. Als Verkäuferin dürfe sie allerdings nicht mit mitgebrachten Schalen in Berührung kommen. „Für uns ist es schwierig, ohne Plastiktüten und Behältern auszukommen“, sagt Thale.

Hans Ufferfilge, Pressesprecher der Stadt Wildeshausen, hält die Plastikreduzierung für den richtigen Weg: „Man sieht ja, dass an den Stränden überall Müll liegt, das grenzt an einer Katastrophe.“ Seiner Meinung nach sind die Produzenten solcher Einmal-Artikel am Zug. In Wildeshausen gebe es solche Hersteller nicht. „Diese ganze Debatte steht noch relativ am Anfang. Es wird noch einige Zeit dauern, bis tatsächlich etwas passiert“, sagt er. Ufferfilge kann sich Gespräche zwischen dem Einzelhandel und der Wirtschaftsförderung vorstellen, um nach Lösungsansätzen für das Plastik-Problem zu suchen.

Chelsy Haß Redakteurin / Redaktion Oldenburg
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