Wildeshausen „Das ist eine Riesennummer, die wir da stemmen.“ Mit diesen Worten kommentierte EWE-Kommunalbetreuer Hendrik Lüürs am Freitag das Vorhaben seines Unternehmens, die Kreisstadt Wildeshausen in den nächsten Jahren in die Gigabitgesellschaft zu bringen. Konkret ist geplant, mehr als 6100 Haushalten und Unternehmen die Möglichkeit zu geben, Glasfaser bis in die Häuser legen zu lassen. „Das ist hier im Oldenburgischen eines der ersten und größten Projekte dieser Art“, so Lüürs.

Mit 1000 Mbit pro Sekunde müsse sich niemand mehr Gedanken über den Internetanschluss machen, „egal wie viele Personen im Haushalt leben und wie viele gleichzeitig online sind, Filme und Serien online gucken oder Cloud-Services nutzen“, führte der Kommunalbetreuer weiter aus.

Vorarbeit geleistet

Die entsprechende Vorarbeit hat der Oldenburger Telekommunikations- und Energieanbieter EWE bereits in den vergangenen Jahren geleistet, als das Wildeshauser Glasfasernetz stark ausgebaut und bis zu den grauen Kabelverzweiger-Kästen gelegt wurde. Dadurch haben viele Haushalte schon jetzt Geschwindigkeiten bis zu 100 Mbit pro Sekunde.

Darauf wird jetzt aufgebaut und die Glasfaserleitung von den Kabelverzweigern in jede einzelne Straße und – auf Wunsch – in jedes einzelne Haus gelegt. Dafür sind umfangreiche Arbeiten nötig: Das fängt beim Aufreißen des Pflasters an und hört bei den Durchbrüchen in die Häuser auf.

Doch auch hier wurde bereits Vorarbeit geleistet: „Etliche Leerrohre haben wir bei Neubau- und Sanierungsmaßnahmen der vergangenen Jahre schon vorsorglich verlegt“, betont der Teamleiter der hiesigen Bezirksmeisterei, Andreas Wennmann.

Wer dennoch den Aufwand auf dem eigenen Grundstück derzeit noch scheut oder kein EWE-Internet und Telefon-Produkt nehmen möchte, kann sich trotzdem vorsorglich für 149 Euro einen Hausanschluss legen lassen, der vom Straßenkabel abzweigt und bis an das jeweilige Grundstück reicht. „Im Anschluss können auch andere Überträger ihre Leistungen drauflegen“, ergänzt Lüürs.

Später Mehrkosten

Wer sich nicht im Zuge der Stadterschließung, sondern erst später für den Hausanschluss entscheidet, muss deutlich mehr bezahlen: „Knapp 1000 Euro fallen dann an, weil eigens noch mal ein Bautrupp ausrücken muss“, erklärt Wennmann.

Bei der im Juni/Juli anlaufenden mehrjährigen Erschließung der Stadt wird clusterweise gearbeitet. Der erste Cluster (Sektor) umfasst 1000 Haushalte im Westen der Stadt zwischen Westring und Bahnlinie.

„Alle profitierenden Haushalte werden in den nächsten Wochen und Monaten nach und nach angeschrieben und über die Möglichkeiten, einen Glasfaserhausanschluss zu erhalten, informiert“, betont Lüürs. Nähere Informationen und Beratung erhält man außerdem im Servicepunkt an der Westerstraße 42, im Internet (www.ewe.de) und über die kostenlose Infoline 0800 393 2000.

Für EWE–Kunden werde die monatliche Rechnung mit der neuen Technik nur geringfügig teurer, sagte Lüürs. Fünf Euro mehr koste das neue Produkt.

Datenautobahn

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„Mit diesem Projekt bringen wir unsere Kreisstadt auf die Datenautobahn“, begrüßte Bürgermeister Jens Kuraschinski am Freitag das ehrgeizige EWE-Vorhaben. Schön wäre es zudem, wenn im Anschluss an die geschlossener Ortschaft auch die ländlichen Gebiete eventuell über Förderprogramme berücksichtigt würden, regten er und Wirtschaftsförderer Claus Marx an.

Insgesamt wird EWE in den kommenden Jahren mehr als 1,2 Milliarden Euro in einen großflächigen Glasfaserausbau im Nordwesten investieren.

Uta-Maria Kramer Wildeshausen / Redaktion Wildeshausen
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