Wildeshausen /Landkreis Echter Koriander, Ölrettich, Rotklee, Fenchel und Wilder Karde: Das sind fünf der 29 Pflanzen der Saatgutmischung, die im kommenden Jahr auf vielen Blühstreifen im Landkreis Oldenburg gesät werden soll. Das hat Dr. Josef Kuhlmann, der den Biotop-Fonds der Jägerschaft Oldenburg-Delmenhorst betreut, im Umweltausschuss des Kreistages in Wildeshausen angekündigt. Die Mischung erfülle die beiden Kriterien, die der Landkreis als Bedingung zur Förderung dieses Blühstreifenprojektes mit 20 000 Euro gemacht hat: Mehrjährigkeit und heimische Pflanzenarten.

Kuhlmann, auch Pflanzenexperte der Landwirtschaftskammer, berichtete von einer großen Resonanz. 2019 seien auf 282 Hektar Blühmischungen gesät worden. Das seien 100 Hektar mehr als im Vorjahr gewesen. 210 Landwirte hätten zum Mitmachen gewonnen werden können. „Sie stellen freiwillig Flächen zur Verfügung und säen aus“, sagte Kuhlmann. Sie leisteten damit einen hohen Beitrag zum Insektenschutz. Die Landwirte verzichteten durch die Blühstreifen auf Einnahmen von insgesamt 200 000 Euro, die sie auf den 282 Hektar normalerweise durch die Bewirtschaftung ihrer Felder einnehmen würden.

„Es ist noch mehr Potenzial vorhanden, doch im Frühjahr hat es Lieferschwierigkeiten bei Saatgutmischungen gegeben“, so Kuhlmann. Die neue Saatgutmischung sei mit einer Firma aus Dünsen zusammengestellt und mit der Unteren Naturschutzbehörde abgestimmt worden.

Im Landkreis gibt es in Hude, Wüsting und Wardenburg drei Versuchsfelder mit jeweils 3000 Quadratmetern, auf denen verschiedene Blühmischungen gesät wurden. Laut Kuhlmann arbeitet die Jägerschaft mit der Universität Lüneburg zusammen. Sie will herausfinden, wie sich die Blühmischungen auf die Insektenvielfalt auswirken. Professor Dr. Carola Becker als beratendes Mitglied im Ausschuss empfahl, das Monitoring der Universität zu verstetigen, um gesicherte Daten zu erhalten. Michael Feiner, FDP-Abgeordneter und Kuratoriums­vorsitzender der Naturschutz­stiftung, lobte das seit 2012 laufende Projekt der Jägerschaft. Ziel sollte in den nächsten Jahren sein, weitere Blühflächen zu finden. Das sei günstiger Naturschutz.

Christoph Koopmeiners Wildeshausen/Dötlingen / Redaktion Wildeshausen
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.