Wildeshausen /Hatten „Aus dem Bau-Dezernat bin ich nicht rausgekommen“, lacht Dieter Hahn. An diesem Freitag hat der 64-jährige, langjährige Leiter des Amtes für Bodenschutz und Abfallwirtschaft seinen offiziell letzten Arbeitstag im Kreishaus in Wildeshausen. Nach 49 Jahren im Dienst des Landkreises Oldenburg geht der Kirchhatter in den Ruhestand.

Bei der Berufswahl habe er sich damals „keinen großen Kopf“ gemacht. Ursprünglich wollte er Polizist werden; doch sein damaliger Klassenlehrer gab ihm den Tipp, es doch einmal in der Verwaltung zu versuchen. Die Bewerbung war erfolgreich. Hahn nahm am 1. April 1970 seine Ausbildung in der Kreisverwaltung, damals noch in Oldenburg ansässig, auf. Er landete im Bauordnungsamt. Die Laufbahn wurde lediglich durch die 15-monatige Bundeswehrzeit unterbrochen. Anfang Juni 1986 übernahm Hahn die Leitung des damals neu gegründeten Amtes für Bodenschutz und Abfallwirtschaft. Es hat inzwischen 17 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Seit 2000 ist der gebürtige Munderloher auch verantwortlich für die Kreisstraßen – und damit für 17 Straßenwärter des Kreises in drei Straßenmeistereien.

Suche nach Deponie

In seinen knapp 50 Jahren in Diensten des Kreises hat er so einiges erlebt – etwas den Umzug der Verwaltung von Oldenburg nach Wildeshausen oder die Debatte um die Stilllegung der Deponie Barg-loy. „Die Suche nach einem neuen Standort hat sich schwierig gestaltet“, erinnert sich Hahn. In der „Endausscheidung“ waren Standorte in Iserloy (Gemeinde Dötlingen) und in Wunderburg (Gemeinde Prinzhöfte). Obwohl der Kreis bereits Flächen gekauft und die Planfeststellung amtlich war, verabschiedete sich die Behörde von der Lösung Wunderburg. „Eine schwere, aber richtige Entscheidung“, so Hahn.

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Denn inzwischen hatte der Gesetzgeber Kooperationen möglich gemacht – und damit letztlich im Sinne der Verbraucher deutlich preiswertere Lösungen. So landete der Müll aus dem Kreis zunächst auf Deponien im Kreis Vechta und in Oldenburg. Seit 2004 gibt es eine vertragliche Lösung mit den Kreisen Aurich und Ammerland.

Als „sehr interessante Aufgabe“ im Amt 66 betrachtet Hahn die Verantwortung für die Kreisstraßen. Gerade, wenn es um den Bau neuer Radwege gehe, seien oft Bürger unmittelbar betroffen. Ein großes Anliegen ist ihm der Gewässerschutz. Seit 2013 betreibt der Kreis ein eigenes Messstellennetz mit 56 Brunnen, um etwa die Nitratwerte im Boden zu ermitteln. „Das Thema wird Politik und Bürger noch lange beschäftigen“, prognostiziert er.

Landrat Carsten Harings würdigte den Amtsleiter als „Urgestein“, der sich durch hohe Fachkompetenz, Kollegialität und Menschlichkeit ausgezeichnet habe. „Ein echter Verlust für den Landkreis.“

Mehr Familie und Hobbys

Künftig möchte der Vater von zwei Söhnen und drei Enkelkindern sich stärker der Familie und seinen Hobbys, darunter Handball und Fußball, widmen. Auch eine ehrenamtliche Tätigkeit ist nicht ausgeschlossen.

Die Nachfolge hat zum Jahresanfang Stephanie Siefken-Hahn angetreten. Die 44-jährige Diplom-Verwaltungswirtin war zuletzt Sachbereichsleiterin im Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Bremen. Die Mutter eines elfjährigen Sohnes lebt in Oldenburg. Siefken-Hahn ist dankbar für den „fließenden Übergang“ in der Amtsleitung. Von Hahn bekam sie so machen Tipp.

Stefan Idel Redakteur / Landespolitischer Korrespondent
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