Wildeshausen Am Vorgehen des Kreislandvolkverbandes Oldenburg, das Messstellennetz für die Nitratbelastung des Grundwassers noch einmal zu überprüfen, haben die Grünen heftige Kritik geübt. „Es ist nun höchste Zeit, dass das Landvolk die Problematik anerkennt und die Landwirte alles unternehmen, um die zu hohen Stickstoffeintrage zu verringern“, so der Grünen-Kreistagsabgeordnete Johannes Hiltner aus Wardenburg. Denn spätestens im Mai müsse die Landesregierung eine Verordnung zur Senkung der Nitratbelastung verabschieden, um den drohenden Strafzahlungen der EU zu entgehen. „Umdenken und eine Rückkehr zur Sachlichkeit wäre das Gebot der Stunde.“

Hiltner reagiert damit auf Äußerungen von Kreislandwirt Jürgen Seeger und Landvolk-Geschäftsführer Bernhard Wolff, die das Überwachungsprogramm zum Grundwasserschutz infrage gestellt und die aktuellen Messwerte des Landkreises und des NLWKN (Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz) bezweifelt haben (NWZ vom 4. Februar). Bereits vor einem Jahr haben die 22 Kreislandvolkverbände in Niedersachsen eine fachliche Überprüfung des Nitratmessnetzes in Auftrag gegeben. Es ist Grundlage für die „Roten Gebiete“, gegen die die Bauern seit Wochen protestieren.

„Die aktuellen Probleme im Landkreis Oldenburg mit zu viel Nitrat im Grundwasser sind (...) nicht mehr wegzudiskutieren“, betont Hiltner. Bei 30 von 56 Messbrunnen des Landkreises lag 2018 die Nitratkonzentration in elf Metern Tiefe bei über 50 mg/l. Hiltner: „Da diese Ergebnisse vom Landvolk angezweifelt wurden, gibt es seit fast drei Jahren ein gemeinsames Untersuchungsprojekt ,Landkreis und Landvolk im Bodenhorizont von 1 bis 5 Metern’. Es wurden mit dem Landvolk sieben Standorte ausgewählt. Festgestellt wurden Nitratauswaschungen mit 130 mg/l im Schnitt in ein bis fünf Metern Bodentiefe. Diese Ergebnisse sind mehr als besorgniserregend, da die Pflanzenwurzeln diesen Horizont zur Stickstoff Aufnahme nicht mehr erreichen.“ Der Stickstoff gefährde das Grundwasser.

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Eine Trendwende zeichne sich nicht ab, so Hiltner mit Blick auf die Ergebnisse von 2019: Von 58 Brunnen wiesen 32 eine überhöhte Nitratbelastung von mehr als 50 mg/l auf. Der Hinweis auf den Stickstoffeintrag aus Kläranlagen sei nicht zielführend. Es müsse gemeinsam nach Lösungen gesucht werden, den Nitrateintrag auf den landwirtschaftlichen Flächen nachhaltig zu reduzieren, rief der Grünen-Kreistagsabgeordnete die Landwirtschaft zu einem „konstruktiven Beitrag“ auf.

Stefan Idel Redakteur / Landespolitischer Korrespondent
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