Wildeshausen Das oberflächennahe Grundwasser im Landkreis Oldenburg ist weiterhin stark mit Nitrat belastet. Bei 30 von 56 Brunnen sei eine Nitratbelastung von mehr als 50 Milligramm pro Liter Wasser festgestellt worden, teilte Gerrit Finke vom Amt für Bodenschutz und Abfallwirtschaft im Kreishaus am Dienstagabend vor dem Ausschuss für Umwelt und Abfallwirtschaft mit. „Eine Trendumkehr ist das noch nicht“, betonte der Fachmann.

Seit sechs Jahren führt der Landkreis freiwillig Grundwasserproben durch. Im Vorjahr lag bei lediglich 16 der 56 Brunnen der NO³-Wert unter 1 mg/l. Bei der Messung im Frühjahr dieses Jahres wiesen 13 der 56 Brunnen einen Wert von unter 1 mg/l auf. Bei 13 von 56 Brunnen lag der NO³-Wert zwischen 1 und 50 mg/l (Vorjahr: 10 Brunnen). Wie bei der 2018er-Messung lag auch 2017 bei 30 Brunnen der NO³-Wert über 50 mg/l. Und das zum Teil recht deutlich, wie Finke erläuterte.

Trauriger Spitzenreiter ist die Messstelle in Klein Köhren („Bei der Purrmühle“) mit 240 Milligramm (2017: 280 mg/l). Auf Platz 2 der Rangliste findet sich der Brunnen Griesenmoor in der Gemeinde Wardenburg. Dort haben die Prüfer im Frühjahr 200 Milligramm Nitrat pro Liter gemessen (2017: 220 mg/l). Zu den unbelasteten Brunnen gehören unter anderem die Messstellen an der Königstraße in Hude oder am Rittrumer Kirchweg in Dötlingen.

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Interessant seien neben den Jahreswerten die Mittelwerte der Proben, da ein Verlauf erkennbar sei. Die Prüfer haben sich dabei die Messwerte aus den Jahren 2013 bis 2017 bei Brunnen angesehen, deren NO³-Wert über 50 mg/l lag. Das Ergebnis: Bei 16 Brunnen ist der Mittelwert gesunken, bei elf ist er gleich hoch geblieben, und bei fünf Brunnen stieg der Wert sogar an. „Der Vergleich der Ergebnisse mit Mittelwert lässt eine kleine Änderung der Konzentrationsentwicklung erkennen“, meinte Finke. Eine Trendumkehr sei das nicht.

Mit dem Ergebnis „völlig unzufrieden“ war der Kreistagsabgeordnete Dr. Reinhold Schütte (Grüne). Der Landkreis dürfe nicht zur Tagesordnung übergehen, sondern müsse versuchen, über das Baurecht Einfluss zu nehmen. Dem widersprach Baudezernentin Eva-Maria Langfermann. Die Möglichkeiten des Kreises seien eingeschränkt. Vielmehr müssten Bund und Land regulieren – etwa über die Düngeverordnung. Wilfried Siems (CDU) verwahrte sich dagegen, stets den heimischen Landwirten bei der Nitratbelastung den Schwarzen Peter zuzuschieben.

Alle drei Jahre werden die 56 Messstellen des Landkreises zusätzlich auf Pflanzenschutzmittel untersucht; das nächste Mal wieder im Jahr 2020, erklärte Finke.

Stefan Idel Redakteur / Landespolitischer Korrespondent
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