Wildeshausen /Glane Wenn er ein Beispiel für die Langwierigkeit von Bauleitplanungen für die Windenergie gesucht hätte, wäre Niedersachsens Umwelt- und Energieminister Olaf Lies in der Stadt Wildeshausen fündig geworden. „Wir müssen schneller beim Ausbau der Windenergie werden, um die Klimaziele zu erreichen“, hat er jüngst in Hannover gefordert. Wie aufwendig die Verfahren aber sind, dafür ist der Bebauungsplan Nr. 72 „Windpark Glane“ ein passendes Beispiel.

Vor inzwischen mehr als fünf Jahren hat die VR Energieprojekte Wildeshauser Geest, eine Tochter der Volksbank Wildeshauser Geest, erste Gespräche mit den Landeigentümern auf der 146 Hektar großen Fläche in der Bauerschaft im Grenzgebiet zu den Gemeinden Großenkneten und Dötlingen geführt. Seit Ende 2017 läuft inzwischen die Bauleitplanung für die geplanten acht Windräder auf beiden Seiten der Heinefelder Straße, die von der Kreisstraße 242 in Richtung Heinefelde verläuft. Im Dezember 2019 fiel der Feststellungsbeschluss zur 42. Flächennutzungsplanänderung, in der das Plangebiet als „Sonstiges Sondergebiet Wind“ mit der Bestimmung „Windenergieanlagen und landwirtschaftliche Nutzungen“ dargestellt wird.

Viele Gutachten

Weiter in Arbeit ist der B-Plan „Windpark Glane“. Jüngst beschäftigte sich der Ausschuss für Stadtplanung, Bau und Umwelt mit den Ergebnissen der frühzeitigen Beteiligung der Träger öffentlicher Belange und der Öffentlichkeit. Thomas Aufleger vom Planungsbüro NWP stellte sie vor. Es wurde deutlich, dass die Pläne für die insgesamt acht Anlagen auf Zustimmung stoßen. So hatte es seitens der Bürger lediglich zwei Stellungnahmen gegeben – eine geringe Zahl für Verfahren der Windenergie.

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Auf bisher 430 Seiten sind die Aussagen und Ergebnisse des bisherigen Verfahrens dokumentiert worden. Dazu zählen der Abwägungsvorschlag des Planers, die Entwürfe des B-Plans sowie Aussagen zu Biotoptypen, Landschaftsbild, Schallimmissionen, Schattenwurf, Uhu-Monitoring, Fachbeiträge zur Avifauna, Biotoptypen, Fledermäusen sowie diverse Karten.

Eines der Themen waren die in dem Gebiet verlaufenden Gasleitungen. Hier werden Gefährdungen ausgeschlossen, berichtete der Planer. Beim roten Warnlicht plant der Investor nachts die Abschaltung. Ein entsprechendes System, das auch im Windpark Haidhäuser/Brettorf zum Zuge kommen soll, wurde kürzlich vorgestellt. Danach werden die Lichter nur angehen, wenn sich ein Flugobjekt nähert. Eine Besonderheit der Planung ist ein Umweltinfozentrum, das im Windpark auf der Fläche eines früheren Schrottplatzes vorgesehen ist.

Nach dem Fachausschuss hat der Verwaltungsausschuss den Abwägungsvorschlag beschlossen und den Entwurf angenommen.

Nächster Schritt ist jetzt vom 18. Juli bis 1. September die öffentliche Auslegung des Plans samt der umweltbezogenen Informationen. Das große Unterlagenpaket gibt es auf der Internetseite der Stadt (www.wildeshausen.de) unter der Rubrik „Bürgerservice/ Bauen und Wohnen / Aktuelle Bauleitplanverfahren“: Ebenso liegt es im Stadthaus öffentlich zur Einsichtnahme aus. Es wird um eine vorherige Terminvereinbarung gebeten (Telefon  04431/880) oder termin-wunsch@wildeshausen.de.

Bürgerwindpark geplant

Sieben Windräder werden von der Kooperation Volksbank Wildeshausen/Schierloh Engineering GmbH/Rohls geplant und sollen später als Bürgerwindenergieanlagen betrieben werden. Das achte Windrad übernimmt die EWE. Ende 2019 war es das erklärte Ziel der Investoren, eine Genehmigung nach Bundesimmissionsschutzgesetz Ende 2020 zu erhalten und in 2021 die Windräder zu errichten. Die acht Windräder sind zumindest seit kurzem innerhalb eines größeren Vertrags mit dem Hersteller Enercon bereits geordert worden. Doch was die anstehende öffentliche Auslegung bringt und wann der Bebauungsplan tatsächlich rechtskräftig wird, bleibt wohl abzuwarten.

„Der Erlass garantiert die notwendige Rechts- und Planungssicherheit“, hatte Niedersachsens Umwelt- und Energieminister Olaf Lies in einer Mitteilung betont. Doch beschlossen ist er noch nicht. Es gibt die Absicht, ihn fortzuschreiben und den Entwurf zur Verbandsbeteiligung freizugeben.

Ulrich Suttka Stv. Redaktionsleitung, Großenkneten/Dötlingen / Redaktion Wildeshausen
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