Freizeit
Vom Sturm zur Entspannung

Im gepflegten Grün entspannen, entschleunigen und den Kopf frei bekommen: Das lieben auch die Wildeshauser Golfer an ihrem Sport.

Bild: Uta Kramer
Üben das richtige Putten (von links): Golflehrer Glyn Morris, Clubvorsitzender Carsten Löwenkamp, Bürgermeister Jens Kuraschinski und die stellvertretende Landrätin Christel Zießler.Bild: Uta Kramer
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Wildeshausen „Super, sehr talentiert!“, lobt Golflehrer Glyn Morris, als Bürgermeister Jens Kuraschinski und die stellvertretende Landrätin Christel Zießler ihre ersten Abschläge auf der weiträumigen Anlage des Golfclubs Wildeshauser Geest üben. Auf dem Putting Green sieht das vom Spindelmäher kurz getrimmte Gras noch gewohnt grün aus, während der Rest der gut 30 Hektar großen Anlage von der anhaltenden Sommerhitze recht ausgedörrt ist.

„Wir haben zwar Grundwasserpumpen und einen großen, schattenspendenden Baumbestand, aber so langsam erreichen auch wir die Grenzen“, entschuldigt Carsten Löwenkamp, Vorsitzender des Golfclubs. Der Begeisterung der zahlreichen Ehrengäste und sonstigen Besucher, die sich am Sonntag zur 40-Jahr-Feier des Golfclubs eingefunden haben, tut das aber keinen Abbruch.

Nachdem sich am Samstag bereits mehr als 80 Golfspieler zu den Jubiläumsturnieren und 140 zur abendlichen Feier eingefunden hatten, stieß auch der Tag der offenen Tür am Sonntag auf reges Interesse. „Das Image vom Elitesport stimmt längst nicht mehr“, resümierte Morris, der den ganzen Tag über Schnupperkurse auf der Driving Range anbot.

Golflehrer aus England

Seit drei Jahren unterrichtet der gebürtige Engländer in Wildeshausen und ist vom Golftalent der hiesigen Spieler mehr als angetan. „Es lohnt sich für jeden, der eine neue sportliche Erfahrung für Körper und Geist sucht, da mal reinzuschnuppern“, schwärmt der 55-Jährige und verweist auf die aktuell angebotene Schnuppermitgliedschaft, die definitiv günstiger sei als zum Beispiel der Reitsport oder so manches Fitnessstudio.

Dass das Konzept ankommt, beweisen die Mitgliedszahlen. „Die haben wir im Vergleich zu vor vierzig Jahren verzehnfacht“, freut sich Löwenkamp angesichts der momentan 350 Golfspieler – Tendenz leicht steigend.

Dass der Golfclub vor 40 Jahren entstand, ist übrigens einem Sturm und einem weltgewandten Landwirten geschuldet: Als im November 1972 ein verheerender Orkan in ganz Norddeutschland eine Spur der Verwüstung hinterließ, traf diese Naturgewalt auch das Anwesen von Dr. Georg Meyer-Spasche bei Wildeshausen sehr hart. Große Teile seines Waldes fielen dem Sturm zum Opfer.

Meyer-Spasche, der sich zu landwirtschaftlichen Studienzwecken Anfang der 70-er Jahre oft in den USA aufhielt, war dort auch mit dem Golfsport in Berührung gekommen. So beschloss der findige Landwirt, einen Teil seiner verwüsteten Wälder nicht wieder aufzuforsten, sondern nutzte 1975 die Aufräumarbeiten zum Bau einer 9-Loch-Golfanlage.

Idyllischer Platz

„Bis heute fügt sich der natürlich entstandene Platz prima in die Landschaft ein“, so Löwenkamp am Sonntag in seiner Begrüßungsrede. Ergänzend zu den Vereinsmitgliedern, die in zehn Mannschaften von Junioren bis zu Senioren hier mehr als 40 Turniere pro Jahr spielten, nutzten mehr als 400 Gastspieler die idyllische Anlage. Dazu kämen Kooperationen mit Schulen, um den Nachwuchs zu fördern. Das Golferheim selbst würde zudem gerne für Feierlichkeiten genutzt.

Aber es gibt auch einen Wermutstropfen, den Löwenkamp in seiner Jubiläumsrede nicht außer acht ließ: „Nicht nur der Verein, sondern auch die Räumlichkeiten und die Infrastruktur sind jetzt 40 Jahre alt“, gab er in Anwesenheit der Vertreter von Stadt und Landkreis zu bedenken. Mittelfristig müsse grundlegend saniert bzw. sogar neu gebaut werden, warnte er und versprach abschließend mit Blick auf die wechselvolle Geschichte des Vereins: „Es bleibt spannend.“

Schwung holen

„Wir haben die Botschaft vernommen“, kommentierte Kuraschinski, der als Gastgeschenk einen Amberbaum überreichte, der „bei guter Pflege sogar Golfbälle tragen soll.“ Anschließend ging es für die Ehrengäste ins E-Cart, um den weiträumigen Golfplatz näher zu erkunden und auf der Driving Range an ihrem Golfschwung zu feilen.

Das restliche Publikum maß sich derweil in Putting-Wettbewerben, ließ sich von Morris unter die Fittiche nehmen, probierte die Spiele der Jugendabteilung aus oder genoss einfach die Leckereien rund ums Clubhaus – ganz entspannt in bester Golfermanier.

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