Wildeshausen /Altona 750 Jahre Stadtrechte in Wildeshausen: Das ist ein Grund zum Feiern. Mitten in der Stadt, mit Livemusik. Der Vorsitzende der Mittelstandsvereinigung (MIT) Wildeshausen, Ingo Hermes, hat während der Jahreshauptversammlung kein Geheimnis daraus gemacht, dass er mit der Programmgestaltung noch nicht zu 100 Prozent zufrieden ist.

Die Stadtparty

„Ehrlich gesagt fehlt uns dieser Punkt in den vorliegenden Programmheften der Stadt“, sagte er im Hotel Gut Altona, wo die Versammlung am Freitagabend traditionell ausgerichtet wurde. Die MIT hat deshalb gemeinsam mit der Verwaltung, dem Handels- und Gewerbeverein (HGV), dem VfL Wittekind und „vielen weiteren Beteiligten“ eine Initiative angestoßen, die sich mit der Umsetzung eines solchen Stadtfestes beschäftigt. „Dafür sind wir auch schon mit vielen ausgewiesenen Profis in Kontakt.“ 50 000 bis 60 000 Euro seien dafür nötig: Hermes bat um finanzielle Unterstützung. Firmen konnten sich mit Spendensummen in einer Liste eintragen. Zusagen im Volumen von rund 20 000 Euro liegen nach NWZ-Informationen bereits vor.

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Dank an den Vorstand

Seinen Dank richtete MIT-Vorsitzender Ingo Hermes an den Vorstand: Die 1. Stellvertreterin Petra Dekker und Kassenwart Stefan Schlierbach würden sich für die Veranstaltung jedes Jahr am stärksten engagieren, betonte er in seiner Rede. Der Dank ging zudem an die Vorstandsmitglieder Helmut Rang (2. Stellvertreter), Ines Posenauer, Marcell Görke, Torsten Helmbrecht, Dr. Volker Pickart und Michael Müller.

Der Jury für den Wirtschaftspreis gehörten an: Ingo Hermes, Jens Kuraschinski, Hans-Werner Aschoff, Petra Dekker, Stefan Schlierbach, Joachim Hagedorn und Björn Schäper.

Die Stadtrechte-Party könne seine Laune verbessern. Hermes ging aber auf Projekte ein, die nicht vorangekommen seien. Da fiel das Stichwort Braugasthaus, das ursprünglich in der alten Villa Knagge entstehen sollte, oder das Industriegebiet West, wo ein Investor absprang.

Verbesserungspotenzial sehe er zudem im Stadtmarketing, so Hermes: „Das Stadtmarketing muss nicht alles machen, aber gemeinsam mit der Wirtschaftsförderung müssen Sie sich als Bindeglied zwischen Verwaltung, Wirtschaft und Vereine sehen.“ Immerhin gibt es auch Dinge, die den MIT-Vorsitzenden optimistisch stimmen: Beim Gewerbe- und Industriegebiet Wildeshausen-West komme „neuesten Meldungen zufolge hoffentlich Bewegung in die Geschichte“.

Der Gastredner

Von der Wittekindstadt ging es anschließend Richtung Deutschland und Niedersachsen: Gastredner war der niedersächsische Wirtschaftsminister Dr. Bernd Althusmann (CDU). Er sprach von unruhigen Zeiten: Flüchtlingsbewegung, Coronavirus und Rechtsterrorismus waren die Schlagworte. Auch auf die Wahl zum CDU-Bundesvorsitz ging der Minister ein: „Ich habe mich bereits für Laschet/Spahn ausgesprochen, schätze aber alle Kandidaten sehr.“ Er ging auf Herausforderungen wie Fachkräftemangel, Digitalisierung und Klimapolitik ein. Auch sprach er sich für eine Bildungsreform aus.

Schließlich kam er auf das Bundesland zu sprechen: „Welche Stärken hat Niedersachsen jenseits der Automobilindustrie?“ Die Antworten kamen bereits aus dem Publikum: die Landwirtschaft. Althusmann wies auf das Problem hin, dass die Landwirte einerseits nicht zulasten der Umwelt produzieren sollen, andererseits im Supermarkt Billigware gewünscht ist.

Auf Wildeshausen ging der Gastredner in seiner Laudatio ein. Genauer: auf ein Wildeshauser Unternehmen, das den Wirtschaftspreis 2019 entgegennahm. Althusmann ließ das Publikum zunächst rätseln, wer der Gewinner sein könnte: Ende der 1990er-Jahre gegründet, einen Wechsel in der Geschäftsführung gab es 2019. Mehr als 80 Mitarbeiter, eine Größe von mittlerweile 5500 Quadratmetern Gewerbe- und 500 Quadratmeter Verwaltungsfläche.

Die Preisträger

Der Wirtschaftspreis 2019 ging (wie berichtet) an das an der Wilhelm-Maybach-Straße ansässige Unternehmen B & F-Metallbautechnik. Karl-Heinz Büsing, Sebastian Frank und Prokurist Elmar Hanff nahmen den Preis entgegen. Sebastian Frank löste Büsing im August in der Geschäftsführung ab und leitet das Unternehmen gemeinsam mit seinem Vater Michael, der an dem Abend verhindert war.

„Die Würdigung geht an vergangene Leistung“, sagte Frank mit Blick auf Büsing. Der ehemalige Geschäftsführer dankte wiederum seinen Mitarbeitern: „Es macht uns stolz, hier zu stehen. Zu Viert haben wir damals erste Rohrbauteile hergestellt. Heute sind die Bauteile weltweit zu finden. Ohne ein hochmotiviertes Team wäre das nicht möglich gewesen.“ Die Beachtung, die er von Sebastian Frank erhielt, gab Büsing an den 33-Jährigen zurück: „Schon früh hat Sebastian Frank signalisiert, dass er eines Tages das Unternehmen führt. Aus eines Tages wurde August 2019. Es macht mich besonders stolz, dass er sich dieser Herausforderung stellt.“ Voll des Lobes war er auch für Michael Frank: „Ein wichtiger Baustein war die Zusammenarbeit mit ihm.“

Der Stargast

Für reichlich Unterhaltung sorgte der Stargast Marc Weide: Der 28-Jährige wurde 2018 „Weltmeister der Zauberkunst“ in der Kategorie Salonmagie. Er zauberte Geldscheine aus einer Zitrone hervor, ließ Gegenstände verschwinden oder zeigte Tricks mit einem Zauberwürfel. Der Erste Kreisrat Christian Wolf wurde an dem Abend zum Assistenten: Gemeinsam mit Janine Petko durfte er dem Zauberer beim Entfesselungstrick behilflich sein.

Verena Sieling Wildeshausen / Redaktion Wildeshausen
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