Hurrel Heiko Schwarting und Dirk Klaus stehen vor einem riesigen Acker in Hurrel. Die ganze Fläche ist mit jungen Roggenpflanzen bedeckt und erscheint wie ein grünes Meer. Heute wollen die beiden ermitteln, wie es um die Stickstoffversorgung der Pflanzen bestellt ist.

Färbt Blätter grün: Chlorophyll dpa-BILD: Armer
Färbt Blätter grün: Chlorophyll BILD: Armer

Basisinformation: Chlorophyll

Chlorophyll ist ein grüner Farbstoff.

Insbesondere Pflanzen bilden Chlorophyll, deshalb erscheinen Blätter und Stängel oft grün.

Pflanzen nutzen den Farbstoff für die Photosynthese.

Bestandteil des Chlorophyll-Moleküls ist unter anderem Stickstoff.

Dirk Klaus ist Wasserschutzberater bei der Landwirtschaftskammer Niedersachsen und berät im Auftrag des Landes Niedersachsen (NLWKN) Landwirt Heiko Schwarting, wenn es um die Düngeplanung geht. Ziel der Beratung ist es, einen Beitrag zur Erreichung der in der EG-Wasserrahmenrichtlinie festgelegten Umweltziele zu leisten. So soll möglichst wenig Dünger auf den Acker aufgebracht werden, ohne den Ertrag zu schmälern.

Eine Möglichkeit, die Stickstoff-Nachlieferung des Bodens zu bestimmen, sei der sogenannte Nitratcheck-Test. Nitrat enthält das für Pflanzen wichtige Element Stickstoff, das zum Beispiel benötigt wird, um den grünen Farbstoff Chlorophyll zu bilden.

„Beim Nitrat-Check müssen wir 30 Pflanzenproben vom Acker nehmen, von denen jeweils das Stück des Stängels benötigt wird, das vom Boden aus gesehen, einen Zentimeter lang ist“, sagt Dirk Klaus. Diese Stücke werden gepresst, so dass der Pflanzensaft gewonnen wird. Der wiederum wird anschließend verdünnt und auf einen Teststreifen aufgetragen. „Der Streifen verfärbt sich dann und die Verfärbung kann mit einem Photometer gemessen werden“, erklärt Klaus weiter. Der ermittelte Wert gebe Aufschluss über die aktuelle Stickstoffversorgung der Pflanze.

Ein anderes Verfahren, das über die Stickstoffversorgung Aufschluss gibt, ist der sogenannte „Nitrat-Tester“. „Dafür brauchen wir ebenfalls 30 Proben, die wir an verschiedenen Stellen des Ackers entnehmen“, erklärt Klaus. Von jeder Pflanze wird bei diesem Verfahren das jüngste voll entwickelte Blatt weiter untersucht.

Mit einem Lichtmesser kann Klaus den Chlorophyllgehalt der Blätter bestimmen, der ihm verrät, wie es um die Stickstoffversorgung der Pflanzen bestellt ist. „Der ermittelte Wert wird mit Vergleichstabellen abgeglichen. Unter Berücksichtigung der bis dahin erfolgten Düngung und Witterung wird empfohlen, ob der Acker nachgedüngt werden muss oder die Pflanzen ausreichend versorgt sind“, erklärt der Wasserschutzberater das Verfahren.

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„Die Tests sind allerdings nur ein Indikator“, sagt Landwirt Heiko Schwarting. So habe beispielsweise der „Nitrat-Tester“ ergeben, dass nach Tabellenwert stark nachgedüngt werden müsse. „Wir stehen allerdings vor einem Wetterumschwung, die Temperaturen werden steigen. Sobald es wärmer ist, gibt der Boden automatisch mehr Stickstoff ab“, erklärt Schwarting.

Für die Praxis bedeute das, dass der Landwirt weniger stark nachdüngen muss, als durch den Test ermittelt. „Würde das Wetter gleich bleiben, müsste ich mehr Dünger auf den Acker aufbringen, um die Pflanzen ausreichend zu versorgen“, sagt Schwarting.

Wolfgang Alexander Meyer Redakteur / Redaktion Oldenburg
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