Wardenburg Wird die Obdachlosenunterkunft an der Oldenburger Straße aufgegeben oder nicht? Darüber diskutierten die Ratsmitglieder in ihrer jüngsten Sitzung. Nachdem sich der Sozialausschuss Ende August dafür ausgesprochen hatte, dass die Verwaltung sich mit potenziellen Vermietern – vorstellbar sind laut Beschlussvorlage Wohneinheiten mit bis zu vier Räumlichkeiten für bis zu acht Personen – in Verbindung setzen und die Bereitschaft zur Vermietung an Obdachlose erfragen solle, hatte sich der Verwaltungsausschuss gegen diesen Beschlussvorschlag ausgesprochen. Entsprechend lebhaft wurde das Thema auch im Rat diskutiert.

Abrisspläne schon 2012

Hintergrund sind die Planungen der Verwaltung, auf dem Grundstück der Obdachlosenunterkunft einen Busbahnhof zu errichten (die NWZ berichtete). Um hier in die Planung überhaupt konkret einsteigen zu können, müsste die Obdachlosenunterkunft an dieser Stelle aufgegeben werden. Schon 2012 war über einen Abriss der Flüchtlingsunterkunft diskutiert worden. Damals hatte man die Pläne aus Kostengründen fallen lassen: Die reinen Baukosten waren seinerzeit auf 500 000 Euro beziffert worden.

„Wir können froh sein, dass wir diese Notunterkunft haben“, mahnte Eckhardt Hildebrandt (FWG). „Es ist fraglich, ob wir aufgrund der angespannten Situation auf dem Wohnungsmarkt überhaupt Wohnungen bekommen würden.“ Er sprach sich ebenso wie Frank Freese (FDP) für den Vorschlag von Armin Köpke (CDU) aus, vor allen weiteren Entscheidungen eine Ortsbesichtigung in der Obdachlosenunterkunft zu machen.

Unkalkulierbare Kosten

Die eventuelle Aufgabe des Standortes sei nicht zu Ende gedacht, befand Freese. „Sollen wir jetzt dauerhaft Wohnungen anmieten? Und zwar voll möbliert? Das zieht unkalkulierbare Folgekosten nach sich.“ Die Unterkunft habe sich in Notsituationen bewährt, machte Köpke deutlich. „Wie beschaffen wir schnell Wohnraum, wenn ähnliche Notfälle wie die Flüchtlingswelle vor einigen Jahren kommen?“ Zudem gab er zu bedenken, dass eine Anmietung von Wohnraum seitens der Gemeinde sich auf den Mietpreis in Wardenburg auswirken werde. „Solche Wohnungen sind nicht zum Billigtarif zu bekommen – wenn dann diese Mietpreise als Vergleichsmieten in den Wohnungsmarkt einfließen, treibt das auch alle anderen Mieten hoch“, warnte er.

Ronald Holtz (SPD) hielt dagegen, es gehe zunächst nicht um die Aufgabe des Hauses, sondern nur um die künftige Unterbringung der Obdachlosen – unabhängig von der Busbahnhof-Planung.

Mehrheitlich stimmten die Ratsmitglieder schließlich dafür, den Tagesordnungspunkt so lange zurückzustellen, bis man sich vor Ort ein Bild der Situation gemacht hat.

Anke Brockmeyer Wardenburg / Redaktion Wardenburg
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