Wardenburg Lange wurde in der Ratssitzung am Donnerstagabend gerungen, ob der 1965 gebaute Trakt des Rathauses abgerissen und stattdessen dieser Teil neu gebaut werden solle. Mit 18 zu elf Stimmen bei zwei Enthaltungen entschied man sich schließlich dafür.

Vor der Abstimmung hatte sich Jörg Brandes (CDU) vehement für den Neubau ausgesprochen. „Wir müssen in den sauren Apfel beißen – spätere Generationen werden es uns danken“, plädierte er für den Beschluss, der schon im Ausschuss für Hoch- und Tiefbau und im Verwaltungsausschuss eine – wenn auch knappe – Mehrheit gefunden hatte. Und auch Wolfgang Depken (Grüne) hatte angemahnt: „Das Rathaus ist auch eine Visitenkarte der Gemeinde. Es ist unzumutbar für die Beschäftigten, noch länger in dem Altbau zu arbeiten.“

Die vorangegangene Diskussion entzündete sich vor allem an den Kosten: Ursprünglich hatte es geheißen, An- und Umbau des Rathauses dürften nicht teurer werden als 1,6 Millionen Euro. Mit der jetzigen Planung liegt die Gemeinde bei 3,2 bis 3,7 Millionen Euro, also gut doppelt so hoch. Und: „Es wird mit der Gebäudehülle nicht getan sein“, gab Frank Freese (FDP) zu bedenken.

Zunächst war geplant, an die Stelle des im vergangenen Jahr abgerissenen Anbaus an der Rückseite des Rathauses einen Neubau zu setzen und den 60er-Jahre-Trakt zu sanieren. Das Architekturbüro MRO hatte jedoch im Rahmen dieser Planungen auf verschiedene Nachteile hingewiesen. Darunter auch den, dass man sich durch die verschiedenen Baujahre und -stile auf unterschiedlichen Höhenniveaus befinde. Zudem hatten immer auch Kosten für eine Sanierung des mittlerweile mehr als 50 Jahre alten Traktes im Raum gestanden.

Geplant ist nun ein dreigeschossiger Neubau mit großen Fensterflächen, der an das Haupthaus anschließt. Der nun freibleibende Teil zur Parkplatzseite – der dortige Trakt war schon im vergangenen Jahr abgerissen worden – soll neu gestaltet werden. Angedacht ist auch, über den Neubau einen zweiten Rettungsweg aus dem Ratssaal zu schaffen, sodass die derzeit gesperrte Empore wieder freigegeben werden könnte. Der Fahrstuhl, der erst vor einigen Jahren im Altbau eingebaut worden ist, wird allerdings wohl nicht zu retten sein: Hier hatte das Architekturbüro bereits im Bauausschuss signalisiert, dass Aus- und Wiedereinbau erfahrungsgemäß teurer sei als ein neuer Fahrstuhl.

Anke Brockmeyer Wardenburg / Redaktion Wardenburg
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