Bei der Kommunalwahl vor drei Wochen war die Partei Bündnis90/Die Grünen der große Gewinner. Von den Bewerbern dieser Partei zum Gemeinderat war Volker Schulz-Berendt mit weit über 500 Stimmen der Erfolgreichste – und das, wie es so schön heißt, aus dem Stand. Er kandidierte nicht nur erstmals für ein politisches Amt, er ist auch erst seit kurzer Zeit Mitglied dieser Partei.

Unser Gespräch begann auch gleich mit dieser Wahl, und Volker Schulz-Berendt erzählte mir, dass es schon vor der konstituierenden Sitzung des Gemeinderates, sehr spannend ist. Gespräche mit den Vertretern anderer Parteien und auch der Umgang mit der Presse – alles das ist für ihn absolutes Neuland. „Ich hatte schon immer Interesse an der Politik, und da ich in Ganderkesee lebe, wollte ich auch mitmischen“, erzählt er.

Dass Volker Schulz-Berendt 1951 in Dortmund geboren wurde, hat er einem ganz großen Zufall zu verdanken. Sein Vater Gustav Schulz (Kaufmann in einem Stahlbetrieb) war wie fast alle jungen Männer im Krieg an der Front. Junge Mädchen wurden während des Krieges animiert, Briefe an Soldaten zu schreiben, die noch nicht verlobt oder verheiratet waren. Diese Briefe wurden wahllos verteilt. Gustav Schulz bekam einen Brief aus Königsberg in Ostpreußen von Christa Wicht, die dort mit ihren Eltern in einer Försterei lebte. Aus dem Briefwechsel wurde ein Treffen und daraus die große Liebe. Vier Kinder machten die Familie komplett.

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Als Kind auf der Bühne

Schon als Kind war Volker Schulz vom Theater und der Schauspielerei begeistert. Bei den städtischen Bühnen in Dortmund bekam er auch schnell Statistenrollen. In „Pinocchio“ durfte er als Maulwurf einen Satz sagen, an den er sich heute noch gerne erinnert: „Wir sind gekommen, um Dich abzuholen!“ In der Oper „Lohengrin“ musste er als Statist zum Beispiel drei Stunden eine Lanze halten. Da er und einige seiner Freunde etwas mehr wollten, gründeten sie ihre eigene Laienspielgruppe.

Volker Schulz wollte seine große Leidenschaft zum Beruf machen, und so studierte er nach dem Abitur an der Universität in Köln Theaterwissenschaften. Er wollte unbedingt auf die Bretter, die die Welt bedeuten. Allerdings war ihm dieses Studium viel zu theoretisch, und so brach er es nach der bestandenen Zwischenprüfung 1975 ab.

Wechsel nach Bremen

Was nun? Zu der Zeit genoss die Universität Bremen hohes Ansehen unter Studenten, und so wechselte Volker Schulz nach Bremen. Von den angebotenen Fächern war Biologie für ihn das interessanteste. Als er 1980 sein Studium erfolgreich beendet hatte, verblieb er noch weitere sieben Jahre an der Uni Bremen als wissenschaftlicher Mitarbeiter. Während dieser Zeit lernte er hier seine zweite Ehefrau Renate Berendt kennen. Da sie nach der Heirat auf keinen Fall „Schulz“ heißen wollte, übernahm er den Namen seiner Frau.

Die gemeinsame Tochter Johanna Berendt ist als Juristin beim zweiten Staatsexamen, und sein Sohn aus erster Ehe, Daniel Schulz, ist im Umweltbereich tätig. Er hat übrigens die Leidenschaft seines Vaters geerbt und spielte jahrelang erfolgreich in Delmenhorst in der Theatergruppe „Zwischen den Stühlen!“.

Als der Vertrag von Volker Schulz-Berendt an der Uni Bremen 1987 auslief, gab ihm sein Professor den Tipp, dass die junge Firma Umweltschutz-Nord in Ganderkesee einen Biologen suche. Aus diesem Tipp wurden 17 sehr schöne Berufsjahre, wie Volker Schulz-Berendt rückblickend feststellt. Er entwickelte unter anderem Verfahren zur biologischen Bodensanierung sowie zur Abfall-und Abwasserbehandlung. Im Bereich Bodensanierung war Umweltschutz-Nord jahrelang die Nummer eins weltweit, und Volker Schulz-Berendt als Entwickler war ein gefragter Referent in der ganzen Welt. An mehreren Büchern wirkte er als Autor mit.

Von 2000 bis 2003 war er Geschäftsführer und Mitgesellschafter von „Sapotec“, einer Tochterfirma von Umweltschutz-Nord. Sein Gebiet war Südamerika, insbesondere Brasilien, um hier die Umwelttechnik „made in Germany“ an den Mann zu bringen. Drei Jahre verbrachte er ohne seine Familie in Rio de Janeiro, trotzdem war es eine schöne Zeit, wie er mir versicherte. Sein Traum war es immer, eine Samba-Truppe aus Brasilien zum Fasching nach Ganderkesee zu holen.

Büro in Brasilien

Nachdem Umweltschutz-Nord 2003 Insolvenz anmelden musste, arbeitete Volker-Schulz-Berendt noch ein Jahr für die Nachfolgefirma Zech. Dann machte er sich mit seiner Firma „TTT-Technology, Trade, Tourism“, selbstständig. So hatte er ein Büro in seinem damaligem Wohnort in Hengsterholz und ein weiteres in Rio das Ostras in Brasilien. Zwischen den beiden Orten liegen gut 9800 Kilometer. Weiterhin exportierte er deutsches Know-how und deutsche Umwelttechnik.

Von 2007 bis 2009 gehörte auch Indonesien zu seinem Arbeitsgebiet. Aber hier gefiel es ihm nicht so gut: „In der Hauptstadt Jakarta gibt es den ganzen Tag Stau auf den Straßen, und 24 Stunden am Tag herrschten Temperaturen von 28 bis 30 Grad.“ Mittlerweile ist diese Firma erloschen, und mit „Promethane“ hat er eine neue Firma gegründet. Hier berät und entwickelt er Konzepte, wenn es um erneuerbare Energien geht. Beruflich wie politisch denkt Volker Schulz-Behrendt grün.

Volker Schulz-Berendt, Umwelt-Unternehmer und Ratsherr der Grünen

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