Ahlhorn Das Thema Ladesäulen für Elektrofahrzeuge war bisher stets theoretischer Natur in der Gemeinde Großenkneten. So scheiterte die Kommunale Alternative in der Vergangenheit mehrfach mit ihrem Vorstoß, die Gemeinde solle als Vorreiter für die neue Technik in den Aufbau einer Stromtankstelle investieren. Ratsmehrheit und Verwaltung verwiesen stets auf das entsprechende Projekt des Landkreises Oldenburg zur E-Mobilität. Mit dem Warten hat es jetzt ein Ende, denn am Montagmorgen ist offiziell die erste Stromtankstelle der Gemeinde an der „Ladestraße“ beim Ahlhorner Bahnhof eingeweiht worden.

Großenknetens Bürgermeister Thorsten Schmidtke, Marion Unkraut (Landkreis Oldenburg), der EWE-Bezirksmeister von Wildeshausen Andreas Wennmann und der EWE-Vertriebsbeauftragte für Mobilität, Tönjes Itgen, demonstrierten, wie das Tanken von E-Autos geht.

Standortsuche

„Wir haben lange überlegt, wo der beste Platz ist“, sagte der Bürgermeister über die Standortsuche. Schließlich entschied man sich für die Ladestraße – direkt beim Bahnhof Ahlhorn (öffentlicher Nahverkehr), beim Netto-Discounter und weiteren Einkaufsmöglichkeiten in der Nähe sowie dem Alten Posthaus (Gastronomie). Für E-Tankstellen ist nämlich ein Umfeld wichtig, in dem man sich aufhalten möchte, wenn das Auto auflädt.

„Wir möchten es an dieser Stelle ausprobieren“, erläuterte Schmidtke. Nach einem Jahr solle Bilanz gezogen werden. Mit diesem Argument war auch jüngst im Infrastrukturausschuss ein Vorstoß der FDP abgelehnt worden, bei dem es um das Beantragen von Fördermitteln für die Schaffung einer weiteren gemeindlichen Ladesäule gegangen war.

Die Säule beim Bahnhof ist für die Kommune gratis. Der Landkreis hat sie in Zusammenarbeit mit der EWE umgesetzt. Die Gemeinde hat zudem zwei Tankkarten erhalten. Mit ihnen lässt sich die Säule öffnen und das Ladekabel einstecken, später dann die Arretierung wieder lösen. Derzeit wird im Rathaus überlegt, wo die Karten deponiert werden sollten, damit E-Autofahrer sie abholen und mit ihnen gratis tanken können.

Über ein eigenes E-Auto verfügt die Gemeinde Großenkneten bisher nicht. Aktuell gebe es keine Überlegungen in diese Richtung, sagte Schmidtke auf Nachfrage, man wolle noch die Entwicklung abwarten.

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Anreiz für E-Autos

Mit dem Ausbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur schaffe die Gemeinde einen weiteren Anreiz für E-Autos, waren sich die EWE-Vertreter sicher. „Wenngleich über 80 Prozent der Ladevorgänge an der Arbeitsstätte oder zu Hause stattfinden, ist das Vorhandensein einer öffentlichen Ladeinfrastruktur eines der wichtigsten Entscheidungskriterien für die Anschaffung eines Elektroautos“, so Itgen.

Jetzt auch mit Stromtankstelle: das E-Center in Wildeshausen. BILD: Ulrich Suttka
Jetzt auch mit Stromtankstelle: das E-Center in Wildeshausen. BILD: Ulrich Suttka

Siebte Säule aus Kreis-programm – Aktuell 90 E-Autos

Die Ladesäule in Ahlhorn ist die vorletzte von acht Säulen, die im Landkreis Oldenburg in Betrieb gehen. Für die entsprechende Ausschreibung des Landkreises hatte EWE den Zuschlag bekommen, in jeder der acht Kommunen eine Ladesäule einzurichten. Offen ist noch der Standort in Harpstedt. Erster Eindruck: „Sie werden alle genutzt. Diese Erfahrung haben wir schon gemacht“, so Tönjes Itgen, ohne genauere Zahlen nennen zu können.

Der Landkreis Oldenburg hat das Klimaschutzprojekt E-Mobilität angeschoben, da der öffentliche Straßenverkehr eine erhebliche CO2- und Feinstaub-Quelle darstellt. Elektrofahrzeuge gelten daher als gute Grundlage zur Verbesserung der Luftqualität. „Elektromobilität ist nachhaltige Mobilität im Sinne des Klimaschutzes, wenn die Ladesäulen mit 100 Prozent regenerativ erzeugtem Strom versorgt werden. Das ist bei Stromtankstellen von EWE der Fall“, erläuterte Andreas Wennmann von der EWE.

Mit den beiden Tankkarten, die die Gemeinde vorhält, kann gratis an der Ladesäule in Ahlhorn getankt werden. Nächste Möglichkeit: Der Kunde kann eine EWE- Stromtankkarte erwerben (150 Euro im Jahr für EWE-Energiekunden, 270 Euro für Nicht-Kunden). Außerdem stelle der Oldenburger Energieversorger „Ad-hoc-Lademöglichkeiten“ bereit, teilte eine Pressesprecher mit. An allen EWE-Stromtankstellen können Kunden mit dem Smartphone bezahlen – zum Beispiel per Kreditkarte oder PayPal. Es können auch Roaming-Partnerschaften abgeschlossen werden, so dass auch Besitzer anderer Ladekarten bei EWE laden können. Per App können die E-Fahrer unterwegs die nächstgelegene Ladesäule mit einem freien Platz finden.

90 Elektrofahrzeuge sind aktuell im Landkreis Oldenburg zugelassen (Stand 1. Mai) . Diese Zahl nannte die Kreisverwaltung auf Nachfrage. Damit gab es in den vergangenen Monaten einen Zuwachs. Im Februar hatte die Zahl erst bei 58 Fahrzeugen gelegen. Hinzu kommen derzeit 216 Hybridfahrzeuge, die größtenteils über das Auto geladen werden, zum geringeren Teil extern, zum Beispiel per Ladesäule.

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Ulrich Suttka Kanalmanagement / Redakteur
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