Ganderkesee Dass ein Geselle in einem inhabergeführten Betrieb länger tätig ist als sein Chef – das passiert. Dass er aber gleich drei Generationen von Inhabern erlebt hat, das kommt selbst in einer so bodenständigen Branche wie dem Tischlerhandwerk einigermaßen selten vor. Nach mehr als 47 Jahren verabschiedete die Tischlerei Oetken am Donnerstag Manfred Scherschanski in den Ruhestand. Und weil solch eine Konstanz im Berufsleben selten ist, überreichte Carsten Wichmann, Obermeister der Tischler-Innung, dem 63-Jährigen eine Urkunde der Handwerkskammer Oldenburg.

Angefangen hatte Scherschanski in der Tischlerei am Glockenstein am 1. April 1967 unter Johann Oetken als Lehrling. 1982 übernahm Kurt Oetken die Geschäftsführung, seit 2006 ist Kai Oetken am Ruder. Letzterer kann sich den Betrieb ohne Scherschanski nicht vorstellen – schließlich war der bereits im Unternehmen tätig, als er selbst das Licht der Welt erblickte. „Er ist ein Teil unserer Familie“, sagt Oetken über Scherschanski.

An seinem Gesellen schätzt der Tischlermeister dessen „ruhige und besonnene Art“ und sein enormes Pflichtbewusstsein. Viele Kunden hätten ganz gezielt Scherschanski um Rat gefragt. Und noch etwas lobt der Chef: Scherschanski sei immer mit der Zeit gegangen. War er unter seinen ersten beiden Chefs noch überwiegend mit der Fertigung von Fenstern und Türen beschäftigt, so hatte er sich in jüngeren Jahren komplett auf die Möbeltischlerei umstellen und dafür den Umgang mit dem computergesteuerten Bohr- und Fräszentrum erlernen müssen.

Auch seine Kollegen bringen Scherschanski viel Wertschätzung entgegen. In einem Gedicht ließ Geselle Christian Febert am Donnerstag die gemeinsame Zeit mit „Manni“ Revue passieren.

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Zwar sucht Kai Oetken für 2015 bereits einen neuen Gesellen – doch ganz und gar auf Manfred Scherschanski verzichten muss dass Team der Tischlerei nicht. „Er wird uns als 400-Euro-Kraft erhalten bleiben“, berichtet Oetken.

Seine neu gewonnene Freizeit möchte der Vater eines Sohnes und zweifache Großvater mit der Familie verbringen. „Langeweile“, ist sich Scherschanski sicher, „werde ich nicht haben!“

Karoline Schulz Redakteurin / Redaktion Ganderkesee
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