Bookholzberg Es hat nicht sollen sein. Nach jahrelangen Bemühungen – und immer neuen Rückschlägen – hat der Bookholzberger Turnerbund (BTB) am Dienstagabend sein Vorhaben „Neubau eines Vereinsheims“ aus finanziellen Gründen begraben. Statt dessen beauftragte die Jahreshauptversammlung den Vorstand, Gespräche mit der Gemeinde über eine „kleine Lösung“ zu führen. Will heißen: Es gilt auszuloten, ob das alte, in schlechtem Zustand befindliche BTB-Heim an der Huder Straße saniert, erweitert – oder durch einen Neubau ersetzt werden könnte.

Der turbulenten Versammlung im Schwarzen Ross war eine Vorstandssitzung am 2. Oktober vorangegangen, „eine absolute Krisensitzung“, wie Vorsitzender Helmut Steinmann berichtete. Schriftführer Arndt Achenbach hatte danach das Handtuch geworden.

Vor den etwa 30 Mitgliedern am Dienstag schilderte Steinmann den holprigen Weg in Richtung Vereinsheim, auf dem der Verein in den vergangenen fünf Jahren mehr als einmal vor hohen Hürden stand. Anfangs war mit Kosten von 620 000 Euro kalkuliert worden, später war von 720 000 Euro die Rede, aktuell wurde mit 780 000 Euro gerechnet. Entsprechend stieg der (nach Abzug der Zuschüsse verbleibende) Eigenanteil, zuletzt war er mit 225 000 Euro beziffert worden.

„Das übersteigt die Leistungsfähigkeit unseres Vereins“, mahnte Helmut Steinmann bei der Versammlung. Allein Schuldendienst und Unterhaltung des neuen Vereinsheims würden zwei Drittel der gesamten Beitragseinnahmen des BTB ausmachen – bei tendenziell eher sinkenden Mitgliederzahlen (aktuell: 521). Solch eine Finanzierung „können wir nicht verantworten“.

Ins gleiche Horn stieß Schatzmeister Karl-Heinz Bernich. Er werde niemals dazu beitragen, „dass der Verein gegen die Wand gefahren wird“. Bernich machte darauf aufmerksam, dass im Falle einer Insolvenz die Vorstandsmitglieder auch privat betroffen sein könnten.

Demgegenüber warnten andere Mitglieder, dass es „ohne vernünftiges Heim keinen vernünftigen Fußball“ mehr beim BTB geben werde. Auch nicht annähernd könne man mit dem TSV Ganderkesee oder dem VfL Stenum mithalten. Steinmann teilte die Kritik am bestehenden Gebäude: „Im heutigen Zustand kannst du mit dem Stall nichts mehr anfangen.“

Angesichts der Tragweite der beabsichtigten Beschlüsse zeigte sich Grünen-Ratsherr Dr. Reinhold Schütte erstaunt über die nur geringe Zahl der Anwesenden. „Ich dachte, der Saal ist voll.“ Auch andere Ratsmitglieder habe er erwartet.

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Mit dem Beschluss vom Dienstag gilt der Traum vom Fitnessstudio und wohl auch der vom 12 mal 12 Meter großen Mehrweckraum als ausgeträumt. Statt dessen bleibt ein Minus: Zwar könne bereits gekauftes Material zurückgegeben werden, doch bleibe der Verein voraussichtlich auf etwa 13 000 Euro an Kosten sitzen, schätzt Steinmann.

Was den weiteren Weg des Vereins angeht, wurde aus der Versammlung vorgeschlagen, Gespräche mit dem Berufsförderungswerk Weser-Ems aufzunehmen. Das BFW ist an der Huder Straße direkter Nachbar des BTB und verfügt über diverse Räumlichkeiten.

Karsten Kolloge Harpstedt / Redaktion Wildeshausen
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