Streekermoor /Sandkrug Insekten wie Hummeln, Bienen und Schmetterlinge sowie Vögel und Wildtiere sollen von einer Blühfläche am Kiebitzweg profitieren. Die Landwirte Kersten Backhus aus Sandkrug und Gerno Köhrmann aus Streekermoor haben die Aktion „Hatten blüht auf“ ins Leben gerufen (NWZ berichtete). Nach dem Aktionsstart vor zweieinhalb Wochen ist das ursprüngliche Ziel fast erreicht, berichtet Backhus im Gespräch mit der NWZ. Unterstützer für knapp einen Hektar Blühfläche haben sich schon bei dem Landwirt gemeldet. „Da ist aber noch Luft nach oben“, meint Backhus.

Doch wie funktioniert das Projekt? Für die Blühwiese nehmen die Landwirte Flächen aus der landwirtschaftlichen Produktion heraus und säen eine Saatgutmischung für Biene und Co. aus. Interessenten können das Vorhaben finanziell unterstützen. Damit wollen die Landwirte Bürgern ohne Gartenfläche die Chance geben, etwas zum Insektenschutz beizutragen. Mit einem einmaligen Betrag von 50 Euro für die Patenschaft einer Fläche von 100 Quadratmetern kann das Projekt unterstützt werden.

Noch bis zum 1. Mai können sich Interessenten an einer Patenschaft bei Backhus melden. Anfang Mai soll dann die Aussaat beginnen. Nur das Wetter könnte einen Strich durch die Rechnung machen: „Wenn es weiterhin so trocken bleibt, haben wir schon Probleme, dass die Saat aufläuft“, erklärt Backhus. „Das ist höhere Gewalt.“ Doch der Landwirt ist zuversichtlich, dass sich die Pflanzen gut entwickeln.

Kritik an dem Vorhaben kommt von der Ortsgruppe Hatten des Naturschutzbunds (Nabu). Grundsätzlich sei es eine gute Idee, doch sie habe einen bitteren Beigeschmack, weil der Preis für die Patenschaft zu hoch angesetzt sei und damit Gewinn gemacht werde, meint Wolfgang Riemer vom Nabu.

Doch wie viel würde ein Landwirt normalerweise an einem Hektar Mais verdienen? „Für einen Hektar Silomais zur Lieferung an Biogasanlagen sind uns je nach Region und Anbaujahr Preise zwischen 1200 und 1600 Euro bekannt“, sagt Wolfgang Ehrecke, Pressereferent der Landwirtschaftskammer Niedersachsen. Dabei wird von einem Ertrag von 500 bis 575 Dezitonnen pro Hektar auf dem Feld und 450 bis 525 Dezitonnen pro Hektar an der Waage (nach Ernteverlusten) ausgegangen. Zudem komme es darauf an, ob der Landwirt die Fläche besitzt oder ob eine Pacht gezahlt werden müsse, eine Pacht sei bei den Zahlen der Landwirtschaftskammer nicht einberechnet worden, so Ehrecke.

Und was wird mit den 50 Euro pro 100 Quadratmeter finanziert? Von den insgesamt 5000 Euro pro Hektar werden unter anderem die Bearbeitung der Fläche, der Arbeitsaufwand sowie der Verlust der landwirtschaftlichen Fläche finanziert, so Backhus. Abschließend Bilanz ziehen könne man erst, sobald man weiß, wie gut die übrigen Ernteerträge ausfallen. Zudem gehe es ihm nicht um das Geld, sondern darum, die Landwirtschaft positiv darzustellen.

Erreichbar ist der Landwirt unter Telefon  0151/41863974 oder per E-Mail unter bluehwiese-hatten@web.de.


Mehr Infos zum NWZ-Insektenjahr unter   www.nwzonline.de/insektenjahr 
Anna-Lena Sachs Volontärin, 3. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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