WILDESHAUSEN Der 65-Jährige ist seit 1976 für das Kreditinstitut in Wildeshausen tätig. Auch sämtliche Auszubildende seit 1981 waren eingeladen worden.

Von Stefan Idel WILDESHAUSEN - So einen Abschied erhält vermutlich nicht jeder Chef von seinen Mitarbeitern: Im Rahmen ihrer Weihnachtsfeier am Freitagabend auf dem Reitersaal in Zwischenbrücken verabschiedeten sich die Angestellten der Volksbank Wildeshauser Geest eG von Vorstandsmitglied Rolf-Lothar Klawonn. Der 65-Jährige verlässt das Kreditinstitut zum Jahresende. Der Clou des Treffens unterm Weihnachtsbaum: Sämtliche 46 Auszubildende, die Klawonn während seiner 29-jährigen Tätigkeit in Wildeshausen begleitet hat, waren zur Feier eingeladen.

„Bis auf wenige Ausnahmen konnten alle kommen“, verriet Volksbank-Vorstand Frank Ostertag. Natürlich hatte auch die erste Auszubildende der „Ära Klawonn“ den Weg in den Reitersaal gefunden: Manuela Müller begann 1981 ihre Ausbildung, schloss damals die Prüfung mit der Note 1 ab und ist noch heute für die Bank tätig. „Aus allen Auszubildenden ist etwas geworden“, meinte der Fast-Ruheständler. Einige wurden sogar Wirtschaftsprüfer oder führen inzwischen eigene Unternehmen.

Nachdem Ostertag die Mitarbeiter zur Weihnachtsfeier begrüßt hatte, war es den Auszubildenden vorbehalten, die „Festordnung“ zu verlesen – in Hochdeutsch, Plattdeutsch sowie im Jargon der Jugendlichen. Christoph Schließke dankte Klawonn im Namen des Betriebsrates für die jahrelange gute Zusammenarbeit.

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Als Erinnerung an die Zeit in der Bank überreichten die Mitarbeiter dem Vorstandsmitglied ein selbst verfasstes Buch. Darin hat jeder Mitarbeiter eine Seite gestaltet, persönliche Wünsche verfasst und ein Foto beigefügt. Mancher griff dabei sogar tief ins Archiv und klebte ein Bild aus längst vergangenen Tagen ein. Gleichzeitig gab das Team seinem Chef ein Zeugnis mit auf den Weg. Darin heißt es, Klawonn sei „korrekt und sicher im Verhalten.“ Und: „An Feierlichkeiten nahm er stets teil“. Dem liebevoll gebundenen Werk fügten die Mitarbeiter noch Klawonns früheres Bewerbungsschreiben an die Wildeshauser Bank bei. Er war 1976 über eine Annonce im „Raiffeisen-Mitteilungsblatt auf die Stelle aufmerksam geworden.

Klawonn ist in Jauer/Schlesien geboren. Nach Kriegsende kam er mit seiner Mutter Meta und seinen zwei Schwestern nach Stuhr. Ostern 1947 wurde er in Varrel eingeschult, 1952 wechselte er zur Realschule Delmenhorst. Am 1. April 1958 begann er die Ausbildung bei der Raiffeisenbank Stuhr. Im Februar 1963 wechselte Klawonn zum Genossenschaftsverband nach Oldenburg, wo er als Verbandsprüfer im Einsatz war. Seit 1976 ist der Hobby-Segler Vorstand der Volksbank.

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