LITTEL „Die Landwirte haben die Abhängigkeit vom Wetter in diesem Jahr sehr zu spüren bekommen“, sagt Jürgen Seeger. Der Kreislandwirt zog am Sonntag auf der großen Erntefeier des Heimatvereins und der Dorfgemeinschaft in Littel eine durchwachsene Bilanz. Wegen der vielen Regenunterbrechungen im Sommer sei die Getreideernte nur zögerlich abgeschlossen worden. Die Erträge zwischen 20 und 60 Doppelzentnern pro Hektar seien nur als mittelmäßig zu bezeichnen.

Seeger brachte als Gastredner aber auch positive Nachrichten für die Landwirte mit. Der Getreidepreis habe sich beinahe verdoppelt, weil die weltweiten Lagervorräte stark geschrumpft seien. „Große Hoffnungen ruhen jetzt bei uns auf der in zwei bis vier Wochen beginnenden Maisernte“, so der Kreislandwirt. Generell beschreibt er die Stimmung auf den Höfen als „derzeit besser als die wirtschaftliche Situation“. Manche aktuelle Entwicklung sei erfreulich: die Preiserhöhungen im Milchsektor komme, wenn auch mit Verzögerungen, bei den Produzenten an: Der Preis pro Liter Milch sei von 27 Cent auf aktuell 40 Cent gestiegen. Allerdings liege das Preisniveau immer noch unter dem der Jahre 1983/84, so Seeger. Der Festredner machte keinen Hehl daraus, dass er den Trend für gesund hält. In Deutschland seien in den vergangenen Jahren nur elf Prozent des privaten Einkommens für Lebensmittel ausgegeben worden. Dieses Missverhältnis gebe es in dieser Form in keinem EU-Land. „Um zu einem gesünderen

Verhältnis zu den Lebensmitteln zurückzukommen, ist es wünschenswert, wenn der scheinbare Überfluss in den Regalen auf ein gesundes Maß reduziert wird“, wünscht sich Seeger. Der Preiskampf der Discounter müsse dringend beendet werden.

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Kritische Anmerkungen hatte der Kreislandwirt für blauäugige Konzepte zur Gewinnung alternativer Energie durch Umwandlung von Körnermais und Weizen zu Bio-Ethanol. Der Flächenverbrauch sei immens, um so einen nennenswerten Beitrag zum Energiehunger der Welt leisten zu können. In Deutschland gingen täglich bereits 130 Hektar durch Bebauung verloren. „Wo sollen die nötigen Flächen alle herkommen?“ fragt Seeger.

Die 1. Vorsitzende des Heimatvereins, Ingrid Lüschen, hatte in ihrer Begrüßungsrede die Bedeutung des Erntedankfestes unterstrichen. Auch wenn immer weniger Menschen direkt mit dem Kreislauf von Säen, Wachsen und Ernten zu tun hätten, biete es die Gelegenheit, über die Abhängigkeit von der Natur nachzudenken. Sie appellierte die Zuhörer daran, die Menschen nicht zu vergessen, die nicht wie in Mitteleuropa „von der Natur gesegnet“ seien.

Für viel Stimmung sorgte das bunte Unterhaltungsprogramm der „Arntefier“. Die Volkstanzgruppe Garrel zeigte harmonische Tanzfiguren, der Kindergarten Littel ließ Dracula aus seiner Gruft entsteigen, der Frauensingkreis Littel/Charlottendorf-West, der Männergesangverein „Liederkranz“ Littel und das Flötenduo Larissa Cordes und Anna-Louisa Otten demonstrierten ihre musikalischen Fähigkeiten. In das Herz des Publikums spielten sich die Viertklässler der Grundschule Hohenfelde mit ihrer „Pipi Langstrumpf“-Geschichte.

Werner Fademrecht Hatten / Redaktion Wardenburg
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