Während meiner aktiven Zeit bei der Landjugend Ganderkesee bin ich sehr viel im Vereinslokal „Gasthof Witte“ in Immer ein- und ausgegangen. Inhaber Hans Witte war für mich ein Gastwirt, wie ich ihn mir immer vorgestellt habe. Stets interessiert an unseren Aktivitäten, mit Rat und Tat zur Seite stehend und immer ein offenes Ohr für neue Ideen. Mit ihm und seiner Ehefrau Annegret hat es uns sehr viel Spaß gemacht. So ging es auch den vielen anderen Vereinen, die dort ihr Stammlokal hatten und haben. Wie geht es Hans Witte und seiner Frau Annegret heute, wo sie mittlerweile fast 20 Jahre im Ruhestand sind?

Hans Witte ist mittlerweile 82 Jahre alt und hat sich kaum verändert. Zurückblickend ist er mit seinem Lebensweg sehr zufrieden. Zwischenzeitlich bestand allerdings die Gefahr, dass es den Gastwirt Hans Witte nie gegeben hätte. Nach seiner Volksschulzeit im Heimatort Bürstel besuchte er von 1939 bis 1945 die Oberschule in Delmenhorst. Zu dieser Zeit wurde unter den Kindern auf dem Lande fast nur Plattdeutsch gesprochen. Als er 1941 für ein halbes Jahr mit seiner Schulklasse in Süddeutschland war, wunderte er sich, das dort kein Platt gesprochen wurde. „In dieser Zeit habe ich Hochdeutsch gelernt“, erzählte Hans Witte schmunzelnd.

Nach der Schule wollte er eigentlich Förster werden und Forstwissenschaft studieren. Der damalige Forstmeister Wilms riet ihm davon aber dringend ab. „Du hast kaum Aussicht auf eine Stelle. Es sei denn, du möchtest Holzverkäufer werden oder als Beamter in einem Büro arbeiten“. Das wollte Hans nicht. Anstelle des Studiums besuchte er die Landwirtschaftsschule in Delmenhorst, die er mit einem „Sehr gut“ beendete. Mit Annegret Schwarting aus Thienfelde spielte er schon als Kind Verstecken. Später blieb es wohl nicht beim Spielen, denn 1956 heirateten die beiden.

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Nach Albrecht und Friedrich übernahm Hinrich Witte das Lokal. Der Vater von Hans Witte war weniger Gastwirt, viel mehr mit großer Leidenschaft Bauer. Neben der Gastwirtschaft wurden noch bis in die 70er-Jahre Kühe und Schweine gehalten. Zu dieser Zeit war Lily Witte, die Ehefrau von Hinrich, „der gute Geist des Hauses“, denn ihr gesamter Einsatz galt der Familie und der Gaststätte. Sie war das große Vorbild ihres Sohnes Hans. Sein Interesse galt ebenfalls nicht der Landwirtschaft, sondern der Gastronomie. Mit seiner Ehefrau Annegret legte er seine ganze Energie in das Haus, um es immer weiter auszubauen.

Dabei galt und gilt sein Interesse dem dörflichen Leben und der Vereinsarbeit. Er selbst war in jungen Jahren sehr aktiv im Turnverein und ein begeisterter Sportler. „Beim Handball, in der Leichtathletik und beim Turnen war ich richtig gut!“, versichert Hans Witte mir nachhaltig, als ich wohl etwas ungläubig geschaut habe.

Mit den Jahren wurde der Gasthof Witte weit über die Grenzen der Gemeinde Ganderkesee bekannt. Viele Bälle fanden dort statt, unter anderem auch der jährliche große Silvesterball. „In einem Jahr waren über 700 Gäste bei uns, da waren wir froh, als es morgens 5 Uhr und alles überstanden war“, erzählt Witte.

Dabei konnte es ihm ansonsten nie zu viel werden. Die Vereine fühlen sich bei Witte sehr gut aufgehoben. Im Haus sind zwei Doppelkegelbahnen, im anliegenden Schützenhaus ist eine moderne Schießanlage und dazu im gleichen Gebäude eine Kleinturnhalle. All’ das hat Hans Witte maßgeblich mit unterstützt und gefördert. Viele Jahre fanden fanden in Wittes Räumen auch die Büttenabende des Ganderkeseer Faschings statt.

Auf Wittes Bühne waren schon viele prominente Gäste zu sehen. Anfang der 90er-Jahre war der heutige Bundespräsident Christian Wulff bei einer Show-Veranstaltung der Landjugend Ganderkesee zu Gast, ebenso der ehemalige Manager von Werder Bremen und Schalke 04, Rudi Assauer.

Nicht nur seinem Haus war Hans Witte verbunden, jahrelang hat er sich auch als Vorsitzender bzw. Kassenwart im Wirteverband DEHOGA für die Belange der Gastwirte eingesetzt. Sehr gerne hätte Hans Witte sein Lebenswerk in die Hände seines Sohnes gelegt. Doch Hergen und auch seine Schwester Marlies haben einen anderen beruflichen Weg eingeschlagen und sind in ihren jeweiligen Berufen sehr erfolgreich. Während Hergen als Steuerberater tätig ist und mit seiner Familie ebenfalls in Immer wohnt, betreibt Marlies zusammen mit ihrem Ehemann eine Apotheke in Langelsheim (Harz).

1991 entschieden sich Hans und Annegret Witte, den Familienbetrieb ab Januar 1992 an Familie Aulike zu verpachten. Sehr gerne greift Familie Aulike auf die Hilfe und den Ratschlag der Vorgänger zurück. Ansonsten genießen beide das Rentnerleben und freuen sich, wenn sie im Kreise der Familie oder mit Freunden gesellige Stunden verleben können. Gern arbeiten sie in Haus und Garten, und auch der Sport kommt nicht zu kurz. Regelmäßig gehen beide kegeln, schwimmen oder spazieren.

,Hans Witte, Gastwirt aus Immer.

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