Neerstedt Seit 160 Jahren besteht in diesem Jahr der Tierschauverein Wildeshausen. Um diesen Geburtstag gebührend zu feiern, lädt der Verein für Donnerstag, 25. September, 19.30 Uhr, zu einem Stallabend bei Familie Dankwardt in Einen ein.

Über die Anfänge des Vereins besitzt der erste Vorsitzende Herbert Haske keine Unterlagen mehr. Erst aus der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg gibt es gesicherte Informationen. „Die erste Tierschau nach dem Krieg fand am 13. Mai 1949 statt“, berichtet er. Sind heute ausschließlich Rinder und Pferde auf den Schauen vertreten, war die Vielfalt damals noch deutlich größer. „Es gab beispielsweise auch Ziegen und Kaninchen“, erinnert sich der ehemalige Vereinsvorsitzende Heinrich Koopmann. „Die Pferde sind in der Folge dann mehr und mehr zu den Fohlenschauen abgewandert. Das hat sich ein bisschen getrennt“, sagt Haske.

Grundgedanken verloren

Das 160-jährige Bestehen des Tierschauvereins ist jedoch nicht der einzige Grund, warum sich Vereinsvorsitzender Herbert Haske auf den Abend freut. „Es hat sich in den vergangenen Jahren viel verändert“, sagt er mit ein wenig Wehmut. Der Grundgedanke der Tierschauen, der direkte Vergleich der Tiere auf regelmäßig stattfindenden regionalen Ausstellungen, sei immer mehr in den Hintergrund getreten.

Einwilligung und Werberichtlinie

Ja, ich möchte den täglichen NWZonline-Newsletter erhalten. Meine E-Mailadresse wird ausschließlich für den Versand des Newsletters verwendet. Ich kann diese Einwilligung jederzeit widerrufen, indem ich mich vom Newsletter abmelde (Hinweise zur Abmeldung sind in jeder E-Mail enthalten). Nähere Informationen zur Verarbeitung meiner Daten finde ich in der Datenschutzerklärung, die ich zur Kenntnis genommen habe.

„Die letzte Tierschau fand hier 2007 im Gewerbegebiet in Neerstedt statt“, erklärt der Landwirt. Damals kamen 41 Jungzüchter, 128 Rinder und 28 Pferde. „In den einzelnen Gemeinden finden inzwischen gar keine Tierschauen mehr statt. Es gibt hier nur noch die Landtage Nord in Wüsting.“

Einen Grund dafür sieht Haske darin, dass die Zuchtviehverbände in der Nachkriegszeit nicht in dem Maße fusionierten wie die Landkreise. „Es zog sich immer weiter auseinander, die Wege zu den Schauen wurden immer weiter.“ Es folgten viele veterinärmedizinische Vorschriften, die die Transporte der Tiere schwieriger machten. Auf den großen Tierschauen sind die Wildeshauser inzwischen gemeinsam mit den Vereinen aus Wardenburg, Großenkneten und Delmenhorst vertreten. Auch in der Züchtung hat sich in den vergangenen Jahren viel getan. „Gezüchtet wird heute in erster Linie von der Industrie – per Computer wird der beste Bulle für die beste Kuh herausgesucht“, sagt Herbert Haske.

Aktuell 100 Mitglieder

„Mit dem Stallabend wollen wir an den Grundgedanken unserer Arbeit erinnern“, sagt Haske, der dem 100 Mitglieder starken Verein seit dem Jahr 2002 vorsteht. „Nach den Tierschauen gab es früher immer einen Ball. Das gibt es heute auch nicht mehr.“ Darunter habe das Gemeinschaftsgefühl unter den einzelnen Höfen deutlich gelitten. Dies wolle man nun mit dem Stallabend versuchen, ein wenig wieder aufleben zu lassen.

„Wir wollen dort auch zeigen, wie sich unsere Arbeit entwickelt hat“, sagt der Milchbauer. In einem neu erbauten Laufstall wird ein Melkroboter gezeigt. Außerdem berichtet ein Vertreter des Rinderzuchtbetriebs Masterrind aus Verden über die Organisation.

Jonas Schönrock Barßel / Redaktion Münsterland
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.