HUDE Von Lintel aus ins Universum: Ursel Wolff probiert im Reiherholz an einer Station des Planeten-Lehrpfades aus, wie Schwerkräfte wirken: Zehn „Erdkilo“ beispielsweise wiegen etwa 26 Kilo auf dem Jupiter – nachzuempfinden ist das an unterschiedlich schweren Eimern. Solche Aha-Erlebnisse hatten Ursel Wolff und ihre Mitstreiter in der Jury für den Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ einige: Mehr als zehn Stunden lang war die fünfköpfige Kommission in der Gemeinde Hude unterwegs, um sieben Ortschaften unter die Lupe zu nehmen und die zwei erfolgreichsten für die Teilnahme am Kreisentscheid im Juni zu ermitteln.

Neben der Kirchhatterin Wolff, die schon zum vierten Mal der Jury angehört, füllen Gunda Döbken (Wardenburg), Lisa Dirks (Ganderkesee), Hanno Naber (Großenkneten) und Arno Müller (Dötlingen) die Bewertungsbögen aus. Das von Verwaltungsmitarbeiterin Anne Hemme begleitete Quintett startete um 7.30 Uhr mit dem Bus am Rathaus. Erste Station war Holle/Oberhausen, im Stunden-Rhythmus folgten Wraggenort und Altmoorhausen-Hemmelsberg. In Lintel wurde die Kommission von einer elfköpfigen Delegation am Dorfgemeinschaftshaus empfangen. Für die Linteler ist die diesjährige Teilnahme an dem Dörferwettbewerb eine Premiere. „Wir haben uns intensiv vorbereitet“, gestand Bernhard Wolff, der der Jury von Moderator Frank Tönjes als „Dorf-Bürgermeister“ vorgestellt wurde. Ausgestattet war die Linteler Delegation in einheitlichen blauen Polo-Shirts der Dorfgemeinschaft. Auf der Brust prangte der Schriftzug „Seit 1272“. „Wir sind älter als Hude“, bemerkte Wolff. Neben der Betonung von Tradition und Gemeinschaftssinn kommt es den Lintelern, die noch elf landwirtschaftliche Betriebe haben, auch auf Zukunftsfähigkeit an: 40 der 360 Einwohner sind Kinder und Jugendliche. Für Impulse sorgt das Dorferneuerungsprogramm: Im privaten Bereich sind bereits erste Maßnahmen vorzeitig in Gang gekommen, zum Beispiel der Bau einer Scheune nach historischem Vorbild bei der Tischlerei Einemann. Das Dorfgemeinschaftshaus steht mit der Umgestaltung der Außenanlagen und der Sanierung des Gebäudes ganz oben auf der Wunschliste für öffentliche Maßnahmen.

Den Linteler Vortrag, der auch den Friedwald im Schnitthilgenloh mit einschloss, fand Jurymitglied Hanno Naber „sehr informativ“ – mehr wurde noch nicht verraten: Nach weiteren Stationen am Nachmittag in Hurrel, Kirchkimmen und Vielstedt zog sich die Kommission am Abend zur Auswertung ins Rathaus zurück. Die Ergebnisse wird die Gemeindeverwaltung nach Auskunft von Anne Hemme voraussichtlich an diesem Donnerstag bekanntgeben. Grund zum Feiern hatten die Linteler aber ohnehin: Delegationsmitglied Jens Pape hatte am Dienstag Geburtstag – Michael Haverkamp, Vorsitzender des Männergesangvereins, stimmte dazu mit der Jury ein Ständchen an.

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Bis zu 100 Punkte können die Mitglieder der Kommission pro Ort vergeben. 2008 hatten Altmoorhausen-Hemmelsberg (80,0) und Hurrel (69,2) die besten Bewertungen erhalten.

Akkurat geschnittene Rasenflächen zählen im Wettbewerb weniger. Stattdessen geht es um Nachhaltigkeit, gute Perspektiven und ein intaktes Gemeinschaftsleben.

Stephan Onnen Redakteur / Redaktion Oldenburg
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