Baumfällungen
Kahlschlag bleibt ohne Konsequenzen

Beiderseits der Bahnlinie im Nutzhorner Wald wurden großflächig Bäume umgesägt. Dazu äußerte sich jetzt die Kreisverwaltung.

Bild: Grüne
So sah es nach der Fällaktion an der Bahnstrecke im Nutzhorner Wald aus.Bild: Grüne
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Schierbrok Die Fällung von Bäumen an der Bahnstrecke zwischen Schierbrok und Bookholzberg wurde dem Landkreis Oldenburg nicht angezeigt. Das hätte eigentlich passieren müssen, da es sich um eine mehr als einen Hektar große Fläche in einem privaten Waldbestand handelt, teilte Eva-Maria Langfermann, Kreis-Baudezernentin und Leiterin des Amtes für Naturschutz und Landschaftspflege, am Dienstagabend dem Umwelt- und Abfallwirtschaftsausschuss des Kreistages mit. Die Unterlassung der Anzeige habe jedoch keine rechtlichen Konsequenzen.

Damit beantwortete die Kreisverwaltung eine Anfrage der Grünen, die die Anfang August vorgenommenen Abholzungen beiderseits der Schienen auf einer Fläche von rund 25 Metern Breite und 800 Metern Länge kritisiert hatten. Auch zu Baumfällungen am Rittrumer Kirchweg in der Gemeinde Dötlingen stellte die Kreistagsfraktion der Grünen Fragen – in diesem Fall handelte es sich aber nach Angaben der Baudezernentin um Maßnahmen der Niedersächsischen Landesforsten, die nicht anzeigepflichtig seien.

Im Nutzhorner Wald nordwestlich von Schierbrok habe die DB Netz AG die Eigentümer aufgefordert, die Verkehrssicherheit herzustellen, erklärte Langfermann weiter. „Diese haben dann von sich aus eine breitere, über die von der Bahn geforderten sechs Meter hinausgehende Schneise kahlgeschlagen“.

Bereits im Frühjahr hatte ein Kahlschlag einige hundert Meter weiter westlich in Rethorn für Ärger bei Anliegern gesorgt. Auf Flächen der Gemeinde nahe des Rethorner Kurparks hatte ebenfalls die DB Netz AG die Fällungen gefordert. Vom Ausmaß und der Vorgehensweise der beauftragten Firma zeigten sich einige Anwohner dann aber erschrocken und selbst Uwe Nordhausen, Geschäftsführer des Zweckverbandes Kommunalservice Nordwest als Auftraggeber, nannte die Maßnahme „radikal“.

Die Bahn ist an vielen Stellen ihres Streckennetzes derzeit bemüht, Waldbestände nahe der Schienen entfernen zu lassen. Im vergangenen Herbst und auch in den Monaten danach war nach Stürmen mehrfach und auf vielen Strecken der Bahnverkehr für Stunden, teils sogar für Tage, blockiert. Die Notwendigkeit der Fällungen betonen unter anderem auch Feuerwehrleute: „Durchaus sinnvoll, bevor wir wieder alles wegsägen müssen und der Bahnverkehr eingestellt werden muss“, schrieb etwa Stephan Hartmann von der Freiwilligen Feuerwehr Ganderkesee zu einem Bericht der NWZ zu diesem Thema.

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