Sannum Begeistert versenkt Jacqueline Haase mit dem Akkuschrauber die Schrauben im Holz. „Es ist toll, sich an einem sozialen Projekt zu beteiligen“, sagt die 17-jährige Auszubildende aus Rodenkirchen. Von einer willkommenen Abwechslung spricht auch ihre Kollegin Elena Voels­gen (20). Handwerk und soziales Engagement passen gut zusammen, meint die junge Frau aus Hude, die sich in ihrer Freizeit in der Kirchengemeinde einbringt.

51 Auszubildende der Öffentlichen Versicherung Oldenburg haben am Dienstag, ihren gewohnten Arbeitsplatz verlassen und sind, ausgerüstet mit Handschuhen und Schraubern, zum Gut Sannum ausgerückt. Anlass war der „Tag des sozialen Engagements“. Die angehenden Kaufleute für Versicherung hatten sich bereits im Vorjahr mit einem Projekt auf dem Gutshof für Menschen mit einer geistigen, seelischen oder körperlichen Behinderung eingebracht, wie Christian Dierks, Personalentwickler bei der Öffentlichen, und Charmian Rost, Jugend- und Ausbildungsvertreterin, berichteten. „Soziales Engagement hat Tradition bei uns“, erklärte Rost.

Diesmal lautete der Auftrag an die Azubis: zwei Weihnachtsbuden für den Basar auf Gut Sannum und einen Zaun bauen! Weiterhin sollten ein Verkaufswagen für die Biogärtnerei und ein Tresen für den Hofladen erstellt werden. „Es sollte etwas entstehen, was dauerhaft Bestand hat, und auf das unsere Azubis später mit Stolz blicken können“, erklärte Dierks. Da Material im Wert von rund 2000 Euro stellte der Förderkreis Gut Sannum zur Verfügung, so dessen 2. Vorsitzende Anneke Nagels-Tschorr.

„Der Basar im November ist immer ein Highlight für unsere Bewohnerinnen und Bewohner“, erklärte Simon Berndmeyer, Einrichtungsleiter auf Gut Sannum. Daher würden die Buden ebenso dringend benötigt wie der Karren, um zu den Märkten, darunter der Handwerker- und Bauernmarkt beim Wildeshauser Gildefest, ziehen zu können. Die Verkaufsbuden lassen sich leicht auseinander nehmen und sind damit für Einsätze in der Region geeignet. Die Tischler auf Gut Sannum hatten den Arbeitseinsatz vorbereitet und bereits Zeichnungen gefertigt.

Die Jugendlichen, eingeteilt in vier Arbeitsgruppen, waren trotz der sommerlichen Temperaturen hoch motiviert bei der Sache. Auch Michael Löning vom Bezirksverband Oldenburg (BVO), dem Träger von Gut Sannum, zeigte sich beeindruckt: „Die wuppen ordentlich was weg.“ Zugleich half der „Tag des sozialen Engagements“, Hemmschwellen gegenüber Menschen mit Beeinträchtigungen abzubauen. „Alle sind konzentriert bei der Sache“, meinte Berndmeyer, „Unsere Bewohner haben sich schon darauf gefreut, mitzuhelfen.“ Er hofft, dass auch im kommenden Jahr der Nachwuchs der Öffentlichen zu einem Arbeitseinsatz nach Sannum kommt.

Im vergangenen Jahr hatten die Azubis übrigens einen neuen Ziegenspielplatz gebaut, das Esel-Gehege repariert und einen Zaun um die Bohnen-Plantage errichtet. Der Zaun wurde am Dienstag repariert – und im Garten sogar das Unkraut gezupft.

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Stefan Idel Redakteur / Landespolitischer Korrespondent
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