Falkenburg Eigentlich hatte Renate Stolle alte Lego- und Duplosteine gesucht, als sie sich vor ein paar Jahren auf dem Boden ihres Hauses in Falkenburg umschaute. „Für die Enkelkinder“ sollte das Baumaterial sein. Was sie dabei allerdings auch entdeckte, weckte ihre Neugier – und sollte zum Auslöser einer neuen Leidenschaft werden: eine Mappe voller uralter Dokumente und Bilder.

Die Mappe stammte von ihrer Schwiegermutter Gertrud Stolle, die zusammengetragen hatte, was direkt oder indirekt die Geschichte der Familie, des Hofes Stolle an der Straße Zum Kreyenkamp und auch die von Habbrügge betraf. Ein Haken: Viele Texte waren in deutscher Kurrentschrift oder Sütterlin verfasst. Also machte sich Renate Stolle (geb. Ruge) ans Übersetzen. Für den Fall, dass sie nicht weiterkam, hatte sie im Dorf eine gute Adresse: „Ruth und Kurt Klusmeier haben sehr geholfen.“

Die erste Herausforderung fürs neue Steckenpferd ließ nicht lange auf sich warten. In Habbrügge wurde zur 800-Jahr-Feier ein Buch über die Bauerschaft vorbereitet. Jeder ältere Hof sollte darin vorgestellt werden. Gemeinsam machten sich Hergen und Renate Stolle an die Arbeit.

So manch einen Tipp habe sie damals erhalten, erinnert sich die 62-Jährige. So klopfte sie im Staatsarchiv an, belegte in Wildeshausen einen Kursus „Klettern im Stammbaum“. Im Ganderkeseer Kirchenbüro, wo sie alte Unterlagen wälzte, machte Pastor Reinhard Arndt den Vorschlag, „ältere Semester“ zu befragen. So klingelte Renate Stolle, mit Stift und Block ausgestattet, bei alteingesessenen Falkenburgern, um zum Beispiel herauszufinden, wer denn auf alten Fotografien wohl zu sehen sei.

Als sich Ehemann Hergen dann im Jahr 2007 mit dem Eintritt in sein Rentnerleben einen Computer zulegte, wurde auch für Renate Stolles Hobby vieles anders. Jetzt belegte sie Computerkurse, um mit Hilfe entsprechender Software effektiver (und leichter) forschen zu können.

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Reichlich „Stoff“ für dieses Forschen erhielt sie 2013 in Form eines Sticks. Dessen Inhalt: die akribisch abgeschriebenen Daten aus den Ganderkeseer Kirchenbüchern von 1637 bis um 1900. „Zehntausende Personen“ seien da erfasst und tauchen in langen Listen von Geburten, Taufen, Eheschließungen und Sterbefällen auf. Nur: Die Zusammenhänge zwischen den einzelnen Ahnen sind nicht erkennbar, Stammbäume nur schwer zu errichten.

Diese Lücke für die eigene und auch für andere Familien zu schließen, hat sich die Falkenburgerin seither vorgenommen. „Es ist wie ein Puzzle“, beschreibt sie diese Arbeit. Ihre Ergebnisse veröffentlicht sie etwa wöchentlich auf Datenbanken des Verein für Computergenealogie. Eine Folge: Renate Stolle erhielt „viele Dankesbriefe“, teils gar aus Holland oder der Schweiz, geschrieben von Menschen, die durch ihre Hilfe die eigenen Ahnen herausfanden.

Karsten Kolloge Harpstedt / Redaktion Wildeshausen
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